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Rheinische Post: Steuer-Unfug

Archivmeldung vom 03.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Reform der Erbschaftsteuer bleibt auch nach dem Einlenken der SPD bei der Betriebsübergabe ökonomischer Unfug. Ob der Erbe den Firmen-Nachlass nun zehn oder 15 Jahre gleichwertig weiterführen muss, um in den Genuss des Steuerrabatts zu kommen, ist nicht entscheidend.

Für den Firmenerben bleibt die Steuerforderung eine ständige, im Einzelfall existenzielle, finanzielle Hypothek. Kein guter Anreiz für Sohn oder Tochter. Ausgerechnet in einer Phase, in der zehntausende mittelständische Betriebe einen Nachfolger suchen. Wer weiß, wie seine Firma in zehn Jahren aussieht? In der schnelllebigen Wirtschaftswelt kommen die Konjunkturzyklen nicht nur rascher, sie fallen auch drastischer aus. Wird der Erbe im neunten Jahr nach der Übernahme des Betriebs mit einem Auftragseinbruch konfrontiert und kann nur durch einen Stellenabbau sein Überleben sichern, wird er im zehnten Jahr durch die Steuerzahlung in den Ruin getrieben. Geradezu paradox. Die Begünstigungsklauseln sind kompliziert und zudem willkürlich. Das niedrige Aufkommen mit vier Milliarden Euro (knapp ein Prozent des Gesamtsteuervolumens) rechtfertigt den bürokratischen Aufwand nicht. Einen Ausweg zeigen die Österreicher: Steuer abschaffen.

Quelle: Rheinische Post

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