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Globale Puffer

Archivmeldung vom 28.07.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 28.07.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić

Es mutet geradezu leichtsinnig an, wenn ein europäischer Chemieanbieter in Zeiten von Gasknappheit, Energiepreisschocks und Rezes­sionsangst die Umsatzprognose deutlich erhöht und sich für die Ergebnisentwicklung zuversichtlicher zeigt. Doch das Management der BASF scheint die Bodenhaftung nicht verloren zu haben.

Der Konzern hatte die erste Prognose für 2022 gestellt, als Russland gerade den Angriffskrieg auf die Ukraine gestartet hatte. Nachdem das Geschäft im ersten Halbjahr nun erfolgreich verlaufen ist, kann BASF getrost nachlegen. Die Nachfrage ist stabil, höhere Rohstoffkosten können somit an die Kunden weitergereicht werden. Mehr als die Hälfte des angepeilten Jahresumsatzes und mehr als 70 Prozent des erwarteten Ergebnisses hat der Konzern in den ersten sechs Monaten bereits im Kasten.

BASF kommt in der extrem angespannten Lage in Europa zugute, dass der Konzern über seine globale Präsenz verschiedene Puffer hat, die für Stabilität sorgen. Die Gruppe produziert in größerem Umfang auch in Regionen, wo Energie- und Rohstoffkosten deutlich niedriger sind als in Europa. Das verschafft Ausweichoptionen, falls die Gasknappheit an europäischen Standorten dazu zwingt, Kapazitäten zu drosseln. Begründete Hoffnung hat der Konzern auch, dass sich das Geschäft in China wieder belebt - speziell mit der Automobilindustrie als einer der wichtigsten Kundengruppen.

BASF legt die Risiken offen. Als größter industrieller Gasverbraucher in Deutschland wäre der Konzern ins Mark getroffen, wenn sich die Versorgungslage extrem verschlechtern würde. Als systemrelevanter Produzent am Anfang fast aller Wertschöpfungsketten bekommt die Chemieindustrie derzeit aber viel politische Aufmerksamkeit und darf auf Sonderbehandlung in der Gaszuteilung hoffen.

Baustelle bleibt Wintershall Dea, wo BASF ihren Investoren den Ausstieg zugesagt hat, ein IPO aber in derzeitiger geopolitischer Lage nicht möglich ist. Für die notwendige Trennung von den russischen Assets der Öl- und Gastochter gibt es keine einfache Lösung, weil weder westliche Wettbewerber noch sanktionierte russische Adressen zugreifen werden. Immerhin dürfte ein wesentlicher Teil der Assets mit Staatsgarantien abgesichert sein.

Operativ ist Wintershall für BASF derzeit keine Belastung, im Gegenteil. Die Beteiligung hat im Quartal knapp 450 Mill. Euro zum Ergebnis beigetragen - das sind 17 Prozent des Bruttogewinns und mehr als die Hälfte der zusätzlichen Gaskosten. Das natürliche Hedging funktioniert in Krisenzeiten wieder.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Sabine Wadewitz

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