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Börsen-Zeitung: Die Krise schlägt durch

Archivmeldung vom 08.01.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.01.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Rezession in Deutschland ist nun auch am Arbeitsmarkt angekommen. Traditionell reagiert dieser mit einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr auf konjunkturelle Wenden.

Dies erklärt, warum erst jetzt der drei Jahre andauernde Abbau der Arbeitslosigkeit zum Ende gekommen ist und warum die Beschäftigung noch immer steigt, obwohl der Abschwung die deutsche Volkswirtschaft bereits fest im Griff hat.

Dabei zeigt die Zunahme der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit im Dezember gegenüber dem Vormonat um 18000 noch gar nicht das ganze Ausmaß der Verschlechterung. Einen viel drastischeren und wirklichkeitsnäheren Eindruck erhält man, wenn man sich vor Augen führt, dass sich die Zahl der Anträge auf Kurzarbeit im zurückliegenden Monat gegenüber November auf fast 300000 Anmeldungen verdoppelt hat. Und diese Kurzarbeit ist allein auf die wegbrechenden Aufträge zurückzuführen, nicht auf die Witterung. In den stark wetterabhängigen Branchen Bau und Landwirtschaft kommen aber noch gut 100000 Kurzarbeiter hinzu.

Ohne das öffentlich geförderte Instrument der Kurzarbeit würde die tiefe Rezession, in der Deutschland steckt, bereits erheblich schärfer auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen haben, als sich dies in den Nürnberger Arbeitslosenzahlen bislang zeigt. Mit innerbetrieblichem Ausgleich der Auftragsflaute etwa durch den Abbau von Überstunden ist der Wachstumsmisere nur für kurze Zeit zu begegnen. Die Rezession wird länger dauern.

Die staatliche Unterstützung für Kurzarbeit ist aber in jedem Fall der staatlichen Unterstützung für immer mehr Arbeitslose vorzuziehen. Denn zum einen können die Firmen sehr schnell und flexibel mit dem Instrument Kurzarbeit auf große, ruckartige Veränderungen im Auftragseingang reagieren - nicht nur bei Einbrüchen wie derzeit, sondern auch dann, wenn die Nachfrage wieder anzieht. Der Anpassungsprozess durch Kündigung und Wiedereinstellung ist viel umständlicher, langwieriger und kostenträchtiger, zudem geht den Betrieben dabei auch Expertise ihrer Mitarbeiter verloren. Wenn die öffentlichen Hilfen für Kurzarbeit dann noch die Weiterqualifizierung der Beschäftigten fördern, wie dies in der Koalition erwogen wird, geht Deutschland gestärkt aus der Krise hervor. Diese Mittel wären eine Investition in die Zukunft.

Quelle: Börsen-Zeitung (von Reinhard Kuls)

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