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Neue OZ: Chef auf Abruf

Archivmeldung vom 07.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Viele Fragen, keine konkreten Antworten. Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat gestern in Stuttgart das vorläufige Aufgebot für die WM in Südafrika bekannt gegeben, doch das Ergebnis war nicht aussagekräftiger als eine Regierungserklärung der Kanzlerin.

Das kann einen banalen Grund haben, denn tatsächlich muss erst noch gespielt werden, ehe sich Reißbrett in Realität wandelt. Zu spüren war allerdings im Mercedes-Benz-Museum, dass der Deutsche Fußball-Bund das Unternehmen Südafrika deutlich reservierter angeht als die WM vor vier Jahren im eigenen Land oder die EM 2008 in Österreich und der Schweiz mit dem symbolträchtigen "Unternehmen Gipfelsturm".

Das hat nicht nur damit zu tun, dass man vor Unwägbarkeiten steht, was das Gastgeberland anbelangt, sondern mit hausgemachten Problemen. Den DFB plagen seit Monaten Schwierigkeiten mit der Außendarstellung auf unterschiedlichen Feldern. Dazu gehört auch die Personalie Löw.

Der Bundestrainer vermittelte gestern keine Aufbruchstimmung, er übte sich in der Rolle des Sachwalters, markierte Problemfelder und empfahl Lösungen ohne Gewähr. Joachim Löw weiß, dass er ein Bundestrainer auf Abruf ist, trotz aller anderslautenden Äußerungen. Das könnte das Unternehmen WM früh gefährden. 

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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