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Westdeutsche Zeitung: Der Wert der Paralympics

Archivmeldung vom 23.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Es gehört zu den unseligen Traditionen der paralympischen Spiele, dass mit dem Erlöschen der Flamme eine Frage im Vordergrund steht: Haben wir die Leistungen der behinderten Sportler ausreichend gewürdigt? Oder sind die Paralympics im Vergleich zu den Olympischen Spielen eben doch eine Veranstaltung zweiter Klasse?

Bevor wir uns an die Analyse machen, sollten wir uns klar darüber sein, dass die Antwort auf diese Fragen niemand braucht. Am wenigsten die behinderten Sportler selbst. Anerkennung, die sich aus falsch verstandenem Mitleid und nicht aus echtem Interesse für den dargebotenen Sport speist, wird kein Einziger der Beteiligten wollen. Diese sportlichen Höchstleistungen der vergangenen Tage von Vancouver unter schwierigen Voraussetzungen verdienen eine unverfälschte Euphorie, die sich aus dem Ereignis selbst, nicht aber aus dem ständigen Vergleich zwischen nichtbehinderten und behinderten Sportlern heraus ergibt. Dieser lästige Vergleich hat zu einer fragwürdigen Professionalisierung des Behindertensports geführt, die der deutsche Aktive Frank Höfle zurecht kritisiert: "Wo sind bei den Paralympics die geistig Behinderten, wo sind die Gehörlosen?", fragte Höfle, ein 13-maliger Goldmedaillengewinner. Er sehe sich mit den anwesenden Kollegen als eine "elitäre Gruppe" innerhalb der Gruppe der Behinderten und folgert daraus: Je stärker der Behindertensport wird, desto mehr entfernt er sich von seinen Zielen. Um seine integrative Kraft wirklich entfalten zu können, muss der Behindertensport auch als das definiert werden dürfen, was er eigentlich ist: Als Sport für behinderte Menschen. Und kein Sport für behinderte Menschen, die ihre Behinderung durch fragwürdige technische Hilfsmittel oder unerlaubte Mittel zu überbrücken versuchen. In diesem Zusammenhang ist es entgegen der Meinung mancher Funktionäre auch nicht erstrebenswert, die Paralympics in die Olympischen Spiele zu integrieren. Die erwähnten negativen Begleiterscheinungen sind auch Erinnerung daran, dass es nicht zwingend geboten ist, einem größeren und stärkeren Vorbild nachzueifern. Dem nachzugeben hieße, ein wundervolles Sportfest mit bewundernswerten Menschen nicht wahrnehmen zu wollen. Die Paralympics haben ihren eigenen Wert.

Quelle: Westdeutsche Zeitung

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