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Rheinische Post: Merkels Trauer

Archivmeldung vom 10.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Was mag Angela Merkel bewogen haben, kurzfristig als erste deutsche Regierungschefin persönlich gefallene Soldaten zu ehren? Das Gefühl war es wohl eher nicht. Das wurde im Unterschied der Traueransprachen deutlich. Neben dem emotional aufgewühlten, menschlich wärmenden Verteidigungsminister wirkte die Kanzlerin eher kühl.

Auch die Spekulation, Merkel sei einem Medien-Appell gefolgt, greift sicherlich zu kurz. Das wäre eine zu billige Erklärung. Ihre Ansprache und ihre Entscheidung, heute auch das Einsatzführungskommando zu besuchen, enthüllen die wahre Motivation. Merkel weiß, dass der von Gerhard Schröder begonnene, von der Mehrheit abgelehnte Einsatz ihre ureigenste Angelegenheit geworden ist. Sie hat das neue Konzept mitgeprägt. Also ist es ihr Einsatz, sind es auch ihre Toten. Sie hat für sich entschieden, ohne Wenn und Aber dazu zu stehen. Und zwar mit mutiger Offenheit. Nicht jeder hätte bekannt, an der Unabweisbarkeit des Einsatzes gezweifelt zu haben. In intensiver Abwägung dann doch dafür einzutreten, ist ihr Versuch, im Angesicht der Toten dafür zu werben, dass deren Opfer nicht vergebens war. Die Kanzlerin verband es mit dem Versprechen, "keinen Tag länger als unbedingt nötig" zu bleiben. Mit der Verbeugung vor den Toten ein markantes Versprechen.

Quelle: Rheinische Post

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