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WAZ: Datenpanne bei SchülerVZ - Eltern gefragt

Archivmeldung vom 05.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 05.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Rund 1,6 Millionen Daten von meist minderjährigen Schülern, abgegriffen aus dem Netzwerk SchülerVZ. Schnell machte da gestern wieder das Wort "Skandal" die Runde. Das ist Unsinn. Weil dieses Mal zum Glück nichts passiert ist. Kein Erpresser, kein potenzieller Kinderschänder war am Werk, sondern ein cleverer Student, der auf die Schwachstellen im System aufmerksam machen wollte.

Peinlich ist es für SchülerVZ, dass ihm das so eindrucksvoll gelungen ist. Und noch peinlicher, dass seine Mitarbeiter die Hinweise des "Täters" nicht beachtete. Viel schlimmer aber ist die Tatsache, dass viele Nutzer dieser Netzwerke aus den Problemen der Vergangenheit offenbar nichts gelernt haben. Bereitwillig kehren sie im Internet ihr Innerstes nach außen, veröffentlichen ihre Fotos und Filme, ihre Namen und Neigungen. Besonders bedenklich ist es, wenn Kinder ihr Leben online ausbreiten. Weil sie oft gar nicht wissen, was sie da tun. Deshalb müssen sie von ihren Eltern geschützt werden. Das aber setzt voraus, dass diese Eltern sich zumindest ein wenig auskennen im weltweiten Datennetz. Und dass sie sich auch dafür interessieren, was ihr Nachwuchs dort so treibt. Viele tun genau das offenbar nicht. Das ist der eigentliche Skandal.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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