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Rheinische Post: Der Euro steht auf der Kippe

Archivmeldung vom 11.02.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.02.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Krise um Griechenland nimmt die Dimensionen der Bankkrise an. Mit über 290 Milliarden Euro stehen die Hellenen bei internationalen Anlegern in der Kreide. Milliarden davon müssen jeden Monat umfinanziert werden. Wenn die Gläubiger die Anleihen nicht mehr zeichnen, ist der Staat pleite. Die Gefahr ist real.

Und wenn die EU-Länder in einer konzertierten Aktion nicht helfen, droht den Griechen die Zahlungsunfähigkeit. Damit tritt wieder einmal ein zentraler Webfehler der europäischen Währungsunion grell zutage. Denn es gibt im Vertrag keine Möglichkeit, Länder wegen Überschuldung aus der Euro-Gemeinschaft auszuschließen. Zugleich sind die Milliarden für Griechenland ein verheerendes Signal für die Stabilität des Euro. Denn andere gefährdete Länder wie Spanien, Portugal oder Irland werden ihrerseits die EU um Haushaltskredite angehen. Das kann im Extremfall die Finanzkraft der Euro-Länder überfordern und die gemeinsame Währung insgesamt gefährden. Die einzige positive Nachricht ist die Ernennung des Währungsfalken Papademos als EU-Beauftragter für Griechenland. Denn eine scharfe Sparpolitik für das Mittelmeerland unter Aufsicht der kreditgebenden Länder ist das Mindeste, was die EU von den Griechen verlangen muss.

Quelle: Rheinische Post

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