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BERLINER MORGENPOST: Behörden in der Bringschuld

Archivmeldung vom 12.12.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.12.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott

Man kennt es: Die obersten Mandarinen in der Kiste im Supermarkt sehen toll aus. Aber greift man hinein, hat man schnell eine verschimmelte Frucht in der Hand. Das ist ärgerlich, eklig - und dürfte eigentlich nicht sein. Denn eigentlich sollten Lebensmittelkontrolleure darauf achten, dass keine verdorbenen Lebensmittel in Supermärkten oder Restaurants angeboten werden. Eigentlich.

In Berlin aber gibt es viel zu wenige Lebensmittelkontrolleure. Die Folge: Jede zweite gesetzlich vorgeschriebene Kontrolle fällt aus. Das zeigen Zahlen, die die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch nun vorgestellt hat. Die Organisation spricht von einem "fatalen Politikversagen" in der Hauptstadt. Und hat damit Recht.

Den Beweis erbringt Berlins Verbraucherschutzsenator Dirk Behrendt (Grüne) selbst. Er schiebt die Schuld ganz weit von sich. Die Bezirke seien zuständig, teilte Behrendt mit. Die entschieden schließlich selbst, für welches Amt sie die von ihm bereitgestellten Gelder ausgeben würden, so Behrendt. In direkter Konkurrenz stehen etwa Veterinär-, Jugend- und Grünflächenämter. Er wünsche sich, so der Verbraucherschutzsenator, dass man in den Rathäusern der zwölf Bezirke ein Augenmerk auf den "wichtigen Bereich" Lebensmittelkontrolle habe. Immerhin der Wunsch eines Mannes, der die Entscheidungsbefugnis hat.

Nur: Das reflexartige Verschieben der Verantwortung wird die Zustände in Berlin nicht ändern. Offensichtlich reicht das Geld nicht aus - denn auch Jugend- und Grünflächenämter haben nicht genügend Personal und kommen mit ihren Aufgaben kaum hinterher. Das Land Berlin und Senator Behrendt müssen also mehr Gelder bereitstellen, damit mehr Lebensmittelkontrolleure eingestellt werden können. Hygiene darf keine Kostenfrage sein.

Quelle: BERLINER MORGENPOST (ots) von Nina Kugler

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