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Neue OZ: Prinzip Gießkanne

Archivmeldung vom 20.11.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.11.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Agrarministerin Aigner möchte Märchenfee für Milchbauern sein. Aber das 750 Millionen Euro pralle Füllhorn ist nichts weiter als Geldverteilung nach dem Prinzip Gießkanne. Das von der Bayerin als größtes Bauern-Hilfspaket in der Geschichte des Bundes hochgejazzte Sofortprogramm entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Betäubungsspritze.

Die Landwirte, darunter vor allem die Milchbauern, dürften längst die Rechenschieber herausgeholt haben. Das Resultat ist ernüchternd: Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 28 Milliarden Liter Milch produziert. Kommt es zum Hilfspaket mit 250 Millionen Euro pro Jahr als Grünland- und Kuhprämie, erhält der einzelne Milch-Landwirt pro Liter nicht einmal lächerliche ein Cent.  Die meisten Milchbauern brauchen aber weitaus mehr, um den Ruin abzuwenden.

Fraglich ist auch, ob die von Aigner in Aussicht gestellte Erholung des Milchmarkts durch Exporte nach China tatsächlich eintritt. Zu erwarten ist eher, dass die Chinesen selbst die Produktion steigern, auf Importe aus Deutschland also gar nicht angewiesen sein werden. Fazit: Mit ihrem Sonderprogramm möchte Aigner vor allem Zeit gewinnen. Denn sie weiß genau, dass die Mehrheit in der EU für das Aus der Milchquote ist und damit für die Freigabe der Produktionsmenge. Auf die Milchbauern kommen raue Zeiten zu.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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