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Neue OZ: Zukunft verbaut

Archivmeldung vom 12.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Zuletzt fiel es so leicht, sich an die großen Zahlen zu gewöhnen: Hatten fünf Milliarden Euro Abwrackprämie für die Autoindustrie noch Bedenken hervorgerufen, bleibt es angesichts von mittlerweile 172,5 Milliarden Euro Stabilisierungshilfen für die Banken verblüffend ruhig. Jetzt noch 22,4 Milliarden Euro für die Griechen obendrauf, vielleicht aber auch 150 - was soll's?

Dumm nur, dass sich Geld kein zweites Mal ausgeben lässt. Typisch, dass es Hessens Regierungschef Roland Koch ist, der an diese so unangenehme wie unumstößliche Wahrheit erinnert. Was er vorschlägt - vom Rechtsanspruch auf Krippenplätze lassen, weniger in Bildung investieren -, klingt nach Zukunft verbauen. Das ist es auch. Nur, wo steckt die Alternative?

Polizei, Justiz, Militär sind schon auf Kante genäht. Die Pensionslasten stehen fest, die internationalen Verpflichtungen auch. Sparen ließe sich in den gigantischen Sozialetats von Bund, Ländern, Gemeinden, aber das würde Wahlsiege kosten. Da senken Politiker lieber das Niveau der Infrastruktur, der Bildung, der Wissenschaft, der Kinderbetreuung - kurz gesagt: der Wettbewerbsfähigkeit.

Dass die großen Zahlen die versprochenen Steuersenkungen schon unter sich begraben haben, gilt vielen Deutschen als ausgemacht. Wohl die wenigsten ahnen hingegen, was sie darüber hinaus für Deutschlands Zukunft bedeuten. Sehr viele werden es schmerzhaft spüren.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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