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Wetterfest in den Sturm

Archivmeldung vom 24.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Die Werke der Autobauer werden hierzulande langsam wieder hochgefahren, auch die Autohändler dürfen in einigen Regionen wieder öffnen. In diese langsame Normalisierung hinein hat Daimler als erster deutscher Autobauer Zahlen für das Auftaktquartal präsentiert, die übel ausfallen und doch niemanden geschockt haben dürften.

Gut, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ist um mehr als drei Viertel auf 617 Mill. Euro eingebrochen. Allerdings gab es im Vorjahresquartal auch einen positiven Sondereffekt aus der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste von Daimler und BMW in Höhe von mehr als 700 Mill. Euro. Hinzu kommt die aufgrund der Coronavirus-Pandemie hochgefahrene Risikovorsorge. Der Absturz erscheint so gar nicht mehr so schwerwiegend. Insbesondere, wenn man sich vor Augen führt, dass etwa Ford einen Verlust für das abgelaufene Vierteljahr angekündigt hat - und das bei geringerer Abhängigkeit vom chinesischen Markt, der in der ersten Hälfte des Quartals weitaus stärker als die anderen Regionen von der Pandemie betroffen war.

Allerdings ist so gut wie sicher, dass Daimler gegen Ende des Quartals gerade erst den Beginn des global aufgezogenen Pandemie-Sturms durchleben mussten. Die Verunsicherung der Verbraucher ist in den vergangenen Wochen sicher weiter gestiegen. Auch werden die verschiedenen Regionen der Welt nicht zeitgleich aus dem Gröbsten heraus sein. Und selbst Länder, die das Schlimmste hinter sich zu haben schienen, könnten von einem plötzlichen Anstieg der Infektionszahlen wieder aus der Bahn geworfen werden - wie derzeit etwa der Stadtstaat Singapur.

Beruhigend an den Daimler-Zahlen ist primär die starke Nettoindustrieliquidität von 9,3 Mrd. Euro, die noch von zwei Kreditlinien in jeweils zweistelliger Milliardenhöhe unterfüttert wird. Eine zusätzliche revolvierende Linie über 12 Mrd. Euro hatte sich Daimler noch Anfang April gesichert. Der freie Cash-flow im Industriegeschäft fiel mit -1,9 Mrd. Euro zwar negativ aus, aber immer noch leicht besser als im investitionsintensiven Vorjahresquartal.

Trotz Defiziten bei der Profitabilität, die CEO Ola Källenius schon vor der Coronavirus-Pandemie mit einem drastischen Sparkurs angegangen ist, hat es Daimler schnell geschafft, den Fokus auf die Wetterfestigkeit zu legen. Die Voraussetzungen, den aufgezogenen Sturm besser zu überstehen als viele Wettbewerber, sind da. Doch wie schlimm dieser tatsächlich wird, können auch die Stuttgarter nicht abschätzen. Gewiss ist nur: Es sieht düster aus.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots)  von Sebastian Schmid


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