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Rheinische Post: Neues Unheil im Lügde-Skandal

Archivmeldung vom 14.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott

Im Polizeiskandal um den Kindesmissbrauch von Lügde kündigt sich neues Unheil an. Nicht nur, dass ein Teil der Beweise spurlos verschwunden ist. Offenbar waren auch alle übrigen Beweise, die von der Polizei auf dem Horror-Campingplatz gesichert wurden, acht Wochen lang unzureichend vor Manipulationen geschützt.

Für einen späteren Strafprozess gegen die Täter kann das verheerende Auswirkungen haben. Zum einen könnten die verschollenen Datenträger Hinweise auf Mittäter enthalten, die nun unerkannt bleiben. Zum anderen ist offen, wie das Gericht den Rest der Beweise werten wird, wenn diese nicht wie vorgeschrieben manipulationssicher aufbewahrt wurden. Wie lange werden die Forensiker brauchen, um bei 14 Terrabyte Datenmaterial auszuschließen, dass diese nicht manipuliert wurden und vor Gericht verwendet werden können? Geht das überhaupt?

Wenn der schlampige Umgang der Polizei mit den Daten dazu führt, dass die Täter nicht oder nur geringfügig bestraft werden, wäre das für die Opfer und ihre Angehörigen eine weitere Katastrophe. Missbraucht worden zu sein, ist schon dramatisch genug. Dass die Taten womöglich ungesühnt bleiben, dürfte kaum zu ertragen sein.

Quelle: Rheinische Post (ots)

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