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Neue Westfälische Bielefeld: Selbstmordattentate in der Moskauer U-Bahn

Archivmeldung vom 30.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Noch gibt es keinen endgültigen Beweis, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass islamistische Terroristen aus der Unruheregion Nordkaukasus für die schrecklichen Selbstmordattentate in der Moskauer U-Bahn verantwortlich sind, die Dutzende von Menschen das Leben kosteten.

Damit wird auf blutigste Art und Weise ein Konflikt wieder ins Bewusstsein gerufen, der im europäischen Ausland, aber auch in Russland selbst fast in Vergessenheit geraten war. Für die Urheberschaft islamistischer Gruppierungen sprechen sowohl die Vorgehensweise wie auch die jüngste Geschichte. 2004 hatte ein islamistischer Selbstmordattentäter 41 U-Bahn-Passagiere mit in den Tod gerissen. Im November 2009 verübten Extremisten einen Anschlag auf den Schnellzug Moskau-St. Petersburg mit 26 Toten. In den letzten Wochen hatten russische Sicherheitskräfte in der Krisenregion zahlreiche Rebellen getötet. Das schreckliche Attentat in Moskau zeigt erneut, wie verwundbar unsere moderne Zivilisation ist. Noch so engmaschige Sicherheitsvorkehrungen, Personenkontrollen, Metalldetektoren oder die neuen Nacktscanner können nicht verhindern, dass zu allem entschlossene Selbstmordattentäter immer wieder Mittel und Wege finden, ihre tödlichen Pläne in die Tat umzusetzen. Natürlich muss die russische Polizei jetzt alles daransetzen, die Hintermänner der blutigen Verbrechen dingfest zu machen. Gleichzeitig sollte man in Moskau darüber nachdenken, ob der bisherige Weg der Unterdrückung und der militärischen Gewalt geeignet ist, Frieden und Sicherheit im Nordkaukasus herzustellen. Mit neuen Repressalien gegen die, die sich als Freiheitskämpfer verstehen, wird die Gewaltbereitschaft nur gefördert. Moskau sollte den Versuch unternehmen, mit den Führern der Autonomiebewegungen ins Gespräch zu kommen.

Quelle: Neue Westfälische

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