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Neue OZ: Faule Eier

Archivmeldung vom 06.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die vom Bundeswirtschaftsministerium bestätigte Hermes-Bürgschaft für den Bau zweier Legehennenfabriken in der Ukraine ist zumindest irritierend. Denn die Größe der Anlagen lässt keinen Zweifel daran, dass die Hühner wohl kaum gemütlich auf einer Wiese ihre Eier legen. Im Gegenteil: Wahrscheinlich verrichten die Tiere in genau den Käfigen ihre Fließbandarbeit, die Deutschland aus gutem Grund verboten hat.

Im eigenen Land eine Haltungsform zu verbieten, die dann aber per Exportkreditgarantie in einem anderen Land unterstützt wird, widerspricht dem eigenen Anspruch, artgerechte Tierhaltung zu fördern. Und bringt zusätzlich die heimische Geflügelwirtschaft auf die Palme. Unbegründet sind die Sorgen der Legehennenhalter vor einem Wettbewerbsnachteil jedenfalls nicht. Es ist gut möglich, dass eines Tages ukrainische Billig-Eier aus Käfighaltung in Deutschland landen - zwar nicht als Frischeier, wohl aber in Produkten wie Nudeln oder Backwaren. Man darf gespannt sein, wie die Regierung dieses Dilemma auflöst.

In der Pflicht ist allerdings auch die Europäische Union. Schließlich gilt dort seit Anfang des Jahres ebenfalls das Verbot der Käfighaltung - offiziell zumindest. Dumm nur, dass sich fast ein Dutzend Mitgliedstaaten nicht daran halten und Umstellungsprobleme geltend machen. Brüssel muss schleunigst für Gerechtigkeit sorgen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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