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Im Task-force-Modus

Archivmeldung vom 18.03.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.03.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott

Der Ausnahmezustand, in den die Ausbreitung des Coronavirus die Welt in rasanter Weise versetzt, hat den weltgrößten Autobauer zu einer Aussetzung seiner Produktion veranlasst. In weiten Teilen Europas lässt Volkswagen als erster deutscher Großkonzern die Fertigung ruhen. Damit kommen die Wolfsburger richtigerweise dem Schutzbedürfnis der Mitarbeiter nach.

Auch wenn sich bis zum Dienstag laut Unternehmensangaben "erst" 25 von weltweit 670000 Beschäftigten mit dem neuartigen Virus infizierten: Die unwirkliche Situation bereitet Sorgen und Ängste. So sehr sich die Coronakrise in ihrer bereits spürbaren Dimension ausweitet, so wenig lassen sich ihre Dauer und Folgen abschätzen. Die Sicht ist weg, nicht zuletzt für börsennotierte Unternehmen, von denen in der laufenden Bilanzsaison Prognosen zum Geschäftsjahr erwartet werden.

Nach dem Einbruch der Auslieferungen im größten Einzelmarkt China um 74 Prozent im vergangenen Monat wird der Fahrzeugabsatz nun auch in anderen wichtigen Regionen wie Europa deutlich schrumpfen. Wie lange Lieferketten halten und die Teileversorgung funktioniert, ist unsicher. Auch insofern kommt die Entscheidung von VW, nach China die Fertigung auch an zahlreichen Werksstandorten in Deutschland und anderen Ländern Europas vorübergehend zu stoppen, nicht überraschend.

Seit Anfang des Jahres befindet sich der Autobauer im "Task-force-Modus". China, wo VW rund 40 Prozent seiner Autos verkauft, hat das Management auf den Plan gerufen, neben der Gesundheit der Beschäftigten der Sicherung von Geschäftsprozessen und der Liquidität im Autogeschäft Priorität einzuräumen. Schwerwiegende Verwerfungen kämen zur Unzeit: Der Konzern will den teuren Umstieg auf die Elektromobilität und andere Zukunftstechnologien von diesem Jahr an deutlich forcieren.

In Wolfsburg sorgt für Hoffnung, dass die Fahrzeugnachfrage in China im laufenden Monat wieder anzieht. Das Krisenmanagement der Staatsführung in Peking zeigt offenbar Wirkung. Konzertierte Aktionen könnten auch in Europa dafür sorgen, dass der Höhepunkt der Coronakrise absehbar erreicht wird.

Die in kurzer Zeit deutlich verschlechterte Absatzlage und Unsicherheiten bei den Warenströmen haben VW dazu veranlasst, die erst vor zwei Wochen veröffentlichte Prognose für 2020 in Frage zu stellen. Fallengelassen wurde der Ausblick nicht. Mit seiner robusten Bilanz befindet sich der Konzern nach dem Rekordjahr 2019 bislang nicht im Krisenmodus.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots)  von Carsten Steevens


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