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Lausitzer Rundschau: Lehren aus der Opel-Krise

Archivmeldung vom 17.06.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.06.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Bundeskanzlerin ist nur knapp um weiteren Hohn herumgekommen: Das sei noch nicht das letzte Wort, hatte sie gesagt, als ihr liberaler Bundeswirtschaftminister staatliche Bürgschaften für Opel absagte. Zu Frau Merkels Glück war es nun doch das letzte Wort: Wie hätte die für Bürgschaften kämpfende Kanzlerin dagestanden, nachdem Opel nun die Anträge zurückgezogen hat?

Rund eineinhalb Jahre Antragsverfahren hat Opel ausgehalten und dabei zum Schluss viele ins Bockshorn gejagt. Die Mutter General Motors verdient wieder Geld, fühlt sich börsenreif, ist liquide, hatte den offenkundigen Notverkauf von Opel schon im November vorigen Jahres gestoppt. Einem solchen Unternehmen muss man nicht helfen. Mit dem Rückzug aus den Bürgschaftsanträgen ist wieder einiges ins Lot gekommen. Es sollte klarer geworden sein, wer für was verantwortlich ist. Die Gefahr, dass sich Opel mit dem Staat im Rücken billiger finanzieren kann als VW und Ford und Daimler, ist gebannt. Wettbewerbsverzerrungen sollte es nicht mehr geben. Das Selbstbewusstsein der Opelaner kann wieder wachsen. Die Mutter GM sollte gelernt haben, eine Tochter wie Opel nicht an der kurzen Leine zu führen, sie nicht mit kurzfristigem Quartalsgewinn-Denken daran hindern, moderne Autotechniken zu entwickeln. Und Regierungen sollten sich von Unternehmen nicht aufs Glatteis führen lassen, erst recht nicht von solchen, deren Zahlenwerk allen Transparenzgeboten Hohn spricht. Wenn sie was tun wollen, dann dies: Mit Bochum und Eisenach darüber nachzudenken, welche alternativen Industrien dort langfristig angesiedelt werden können.

Quelle: Lausitzer Rundschau

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