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Frankfurter Rundschau: Kirchliche Kernschmelze

Archivmeldung vom 19.07.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.07.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott

Eines lässt die kirchliche Jahresstatistik nicht zu: das Sortieren nach guten oder schlechten Ortskirchen, konservativen oder liberalen Bischöfen. Überall liegen die Austritte aus der katholischen Kirche übers Jahr bei etwa einem Prozent der Mitgliedschaft - mal etwas darunter, mal etwas darüber.

Aussagekräftiger ist schon der Vergleich mit der evangelischen Kirche. Zwar sind auch dort die Austrittszahlen gestiegen, aber um einen niedrigeren Anteil. Das zeigt: Der Sinkkurs der Kirchen hierzulande ist nur in Teilen ein ökumenischer Tandemflug. Die nackten Zahlen spiegeln dabei noch nicht einmal die ganze Dramatik wider. Inzwischen werden die Gemeinden und kirchlichen Verbände von einer Kernschmelze erfasst, die auch der charismatische Pfarrer oder der liebenswürdige Bischof nicht aufhalten können. Wettbewerbsföderalismus auf Katholisch? Schön wär's! Doch Erscheinungsbild und Wahrnehmung "der Kirche" als Ganzer verhindern oder übersteuern ein solches Konzept schon im Ansatz.

Quelle: Frankfurter Rundschau (ots)

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