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WAZ: Gesundheitskarte vor dem Aus

Archivmeldung vom 27.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Als 2001 Menschen nach Einnahme des Cholesterinsenkers Lipobay starben, kam der Politik eine Idee: Wer welche Pillen schluckt, sollte elektronisch dokumentiert werden, um Wechselwirkungen zu verhindern.

Einmal geboren, wurde die Idee immer besser: Wenn alle wichtigen Krankendaten gespeichert würden, könnten Doppeluntersuchungen und damit unnötige Kosten vermieden werden. Die Karte sollte eine bessere und gleichzeitig billigere Behandlung ermöglichen. Perfekt. Acht Jahre später droht das Aus. Weder Geräte noch Programme laufen rund. Daran haben viele mitgetan, auch Ärzteverbände und Apothekerlobby. Doch das Desaster der Gesundheitskarte ist zuallererst ein GAU der IT-Branche. Wie seinerzeit die Lkw-Maut von Toll Collect. Nur bringt die nach dem Fehlstart mittlerweile Milliarden ein - das könnte die Gesundheitskarte nicht einmal, wenn sie funktionierte. Denn von all den schönen Ideen hat es nicht eine in die Testphase geschafft. Auch, weil der Datenschutz nicht garantiert werden kann. So groß der Nutzen sein könnte, wenn lebenswichtige Daten in Sekunden abrufbar wären, so groß ist die Horrorvision, sie könnten in falsche Hände kommen.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (von Stefan Schulte)

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