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Neue Westfälische (Bielefeld): Ostwestfalen braucht Arminia

Archivmeldung vom 27.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Nicht selten schaut Bielefeld neidisch auf die Nachbar-Großstädte Münster und Osnabrück. Münster liegt bei fast allen Image-Rankings meilenweit vor Bielefeld; in Osnabrück leben - zumindest wenn man einer seriösen Umfrage vor ein paar Jahren glaubt - gar die glücklichsten Großstädter Deutschlands.

Nur in einem Punkt haben die Bielefelder es geschafft, umgekehrt den Neid der beiden Nachbarn auf die Leineweberstadt zu wecken: wegen des Bundesliga-Fußballs, für den seit Jahrzehnten - nur mit einer sechsjährigen Unterbrechung von 1988 bis 1994 - der Name Arminia steht. In Osnabrück reicht es für den VfL nicht zu mehr als zu einem Fahrstuhl zwischen 3. und 2. Liga, in Münster sind die Preußen, in früheren Zeiten der Lieblingsfeind der Bielefelder Fußballfans, schon seit Jahren in völliger Bedeutungslosigkeit versunken. Ausgerechnet Arminia, die Marke, die Bielefeld im Wettstreit mit vielen anderen Großstädten Vorteile verschafft, ist nun gefährdet. Nicht hoffnungslos, denn mit einem einzigen Ratsbeschluss an diesem Freitag könnte der Bundesliga-Fußball in der größten Stadt der Region gerettet werden - zumindest erst einmal. Ob es aber dazu kommt, ist fraglich. In Bielefeld ist ein politischer Streit darüber entbrannt, ob die Stadt den Rettungsanker, einen Kredit über 4,85 Millionen Euro, wirklich werfen soll - zu einer Zeit, in der es Bielefeld finanziell genauso schlecht geht wie den meisten anderen Kommunen in Deutschland. Manchmal hilft die räumliche Distanz, um die Dinge klarer zu sehen. Je weiter man sich jedenfalls von der Bielefelder Stadtgrenze entfernt, desto größer ist das Erstaunen über den Streit in Bielefeld. Einstimmig beispielsweise hat der Aachener Stadtrat vor vier Wochen eine millionenschwere Bürgschaft zur Rettung des Zweitligisten Alemannia beschlossen. Auch wenn das von den DSC-Oberen zu verantwortende Missmanagement der vergangenen Jahre zornig macht, auch wenn das sportliche Risiko eines weiteren Abstiegs bleibt, auch wenn neben der Kommune jetzt vor allem die heimische Wirtschaft gefordert ist - trotz aller Bauchschmerzen sollten die Bielefelder es den Aachenern gleichtun und die Finanzhilfe beschließen (vorausgesetzt: die Kommunalaufsicht in Detmold genehmigt die Kreditvergabe). Der wirtschaftliche Vorteil einer abgewendeten Arminia-Insolvenz ist es wert, ebenso der Gewinn an Lebens- und Freizeitgefühl in der Region. Übrigens auch für die Paderborner, die sich schon auf weitere Derbys ihres SC mit dem DSC Arminia freuen - diesmal auf Augenhöhe.

Quelle: Neue Westfälische

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