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WAZ: Lass' gucken, Chef!

Archivmeldung vom 17.06.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.06.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Es ist doch nur ein Spiel, könnte man nüchtern feststellen. Ja, aber eines, das morgen unglücklicherweise bereits um 13.30 Uhr angestoßen wird. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht seine Frühschicht, die 6. Stunde oder den behördlichen Freitag hinter sich gebracht hat, schaut wohl überall hin, nur nicht in die Röhre - respektive auf den Flachbildschirm -, wenn sich Deutschlands Kickerelite anschickt, in Port Elisabeth elf Serben so alt aussehen zu lassen wie am Sonntag die Australier.

Ein WM-Spiel unserer Jungs während der Arbeitszeit, wie passt das zusammen? Gar nicht, findet mancher Vorgesetzte und erlaubt deshalb weder, einen Fernseher aufzustellen noch die Partie per Livestream im Internet zu verfolgen. Dabei wäre es ein Leichtes, diese 90 Minuten plus Hymne und Halbzeitpause als teambildende Maßnahme in den Arbeitsalltag zu integrieren. So könnte der Firmenchef auch das Geld für die teuren "Wir-können-alles-schaffen-Seminare" einsparen. Er müsste dann nicht mit furchtbar positive Energie ausstrahlenden Motivationstrainern durch die Klettergärten des Westerwalds hasten und hätte das geschaffen, was der Ökonom Win-Win-Situation nennt: Der Boss setzt sich einerseits ein Denkmal und erntet andererseits eine bestens aufgelegte Belegschaft, die nach dem Sieg gern die verlorene Arbeitszeit wieder aufholt. Also: Lass' gucken, Chef!

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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