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Allgemeine Zeitung Mainz: Aufpassen

Archivmeldung vom 24.04.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.04.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Ein Stück aus dem Tollhaus: An vielen Orten ringt Deutschland noch um schnelle Internetleitungen, die diesen Namen wirklich verdienen (ein Thema, das die Bundesregierung sträflich verschläft). Und gleichzeitig macht sich der Quasi-Netzmonopolist Telekom schon wieder Gedanken darüber, wie er die Leitungskapazitäten künstlich verknappen und seine eigenen Produkte dadurch besser positionieren kann als die der Konkurrenz. Das erinnert an Formen von Erpressung, die Kunden bislang eher aus anderen Bereichen des Lebens kennen, etwa an der Zapfsäule.

Die Thematik bedarf einer Reaktion der Politik, schließlich ist die Infrastruktur, auf der die Marktmacht der Telekom gründet, vielfach noch mit Steuergeldern überhaupt erst installiert worden. Bleibt diese Reaktion aus, macht sich der Gesetzgeber noch einmal zum Komplizen seines Ex-Staatsbetriebes. Das Ganze ist kein Vorgang, der mit dem pauschalen Reflex "Das soll der Markt regeln" abgetan wäre. Über die Datenleitungen fließen immer größere Mengen an Bytes. Und dabei geht es nicht nur um Filme, Fußball oder Musik, sondern um Bytes, die man fast schon zum Leben braucht. Nur drei Beispiele, es gäbe noch mehr: Das neueste Software-Update, die Fernwartung vieler technischer Systeme oder die von der Telekom zurzeit massiv propagierte Sprachtelefonie via Internet - da ist die Datengrenze schon heute schnell erreicht und in Zukunft noch viel schneller. Wenn wir nicht aufpassen, reden wir hier nach Strom und Wärme schon bald über den nächsten Kostentreiber für viele Haushalte. Die Politik täte gut daran, darauf rechtzeitig eine Antwort zu finden. Durch Nichtstun signalisiert sie, dass sie nichts verstanden hat. Oder - wie beim Strom - zu wenig verstehen will.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz (ots)

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