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WAZ: "Fouls gehören zum Fußball"

Archivmeldung vom 19.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Gestern musste sich der allwissende Boris Becker im Fall "Boateng gegen Ballack" melden: "Das war ein böses, bewusstes Foul", schimpfte Becker, Tennis-Legende und Hobby-Kicker in Personalunion. "Jeder hat gesehen, dass es kein Fehltritt war, wie er in jedem Spiel passieren kann."

Becker hat Recht. Und liegt auch falsch. Es war ein absichtliches wie überhartes Foul. Aber darf man Boateng eine Verletzungsabsicht unterstellen? Eine Grätsche von hinten, ein grobes Tackling sehen wir fast jeden Samstag - erst zuletzt wieder im Pokalfinale. So schade es ist: "Fouls gehören zum Fußball." Sagt Mark van Bommel, Chefstratege der Bayern und Kenner der Szene.

Die öffentliche Bewertung eines Fouls hängt von den Folgen ab. Steht der Getretene wieder auf, ist die Aktion vergessen. Fällt aber der Kapitän der Nationalelf für die nahe WM aus, ist das Geschrei groß. Ballack-Berater Michael Becker spricht gar von Körperverletzung. Sollte das Foul juristische Konsequenzen für Boateng haben, werden bald Scharen von klagebereiten Anwälten die Fußballplätze belagern. 

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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