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Neue Westfälische: Finanzkrise in Griechenland

Archivmeldung vom 03.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Es gibt kaum jemand, der bestreitet, dass sich Griechenland die aktuelle Krise im Wesentlichen selbst eingebrockt hat. Geschönte Statistiken, spendable Politiker und die großzügige Duldung einer Kultur von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung haben maßgeblichen Anteil am rasanten Wachstum des Schuldenbergs. Andererseits setzt sich zu Recht die Erkenntnis durch, dass Griechenland nicht nur Täter, sondern auch Opfer ist.

Denn die manchmal verquere Logik der Finanzmärkte eröffnet Investoren ohne Gewissen - und davon soll es einige geben - prima Möglichkeiten zu einer vornehmen Form der räuberischen Erpressung. Mit Hilfe von entkoppelten Versicherungspolicen treiben aggressive Anleger die griechische Regierung immer tiefer in Finanznöte. In der überhitzten Situation versagt der Markt: Obwohl es eine Haftungszusage des Euro-Clubs gibt, bleiben die Risikoprämien enorm hoch. Die hohen Aufschläge wiederum verstärken das Finanzierungsproblem und provozieren noch höhere Aufschläge. Es ist höchste Zeit, dass Europa die spekulativen Attacken einschränkt. Denn diese Wetten richten sich nicht allein gegen Griechenland. Da letztlich der deutsche und französische Steuerzahler für die Auswirkungen geradestehen muss, richten sie sich gegen ganz Europa.

Quelle: Neue Westfälische

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