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Lausitzer Rundschau: Optimismus in der Krise

Archivmeldung vom 22.01.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.01.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die rasante wirtschaftliche Talfahrt ist nun auch in der offiziellen Prognose der Bundesregierung angekommen: Auf mehr als minus zwei Prozent beziffert das Wirtschaftsministerium den Abschwung für das laufende Jahr. Gemessen an den Prophezeiungen anderer Experten bleibt man damit optimistisch.

Entscheidend ist allerdings, wie das Land gegen den Finanz- und Wirtschaftscrash aufgestellt ist. Und hier wäre bloße Schwarzmalerei fehl am Platz. Die Zeiten liegen noch gar nicht so lange zurück, als Deutschland der "kranke Mann Europas" war. Während sich andere Volkwirtschaften im Boom sonnten, trat die Wirtschaft hierzulande auf der Stelle. Dieses Bild hat sich deutlich gewandelt. Einstige Musterknaben wie Großbritannien oder Spanien leiden besonders stark unter der Krise, weil ihr Wohlstand vornehmlich auf der jetzt schwer ramponierten Finanz- beziehungsweise Bauwirtschaft beruhte. Im Vergleich dazu verfügt Deutschland über eine erfreulich ausgewogene Produktionsstruktur aus wettbewerbsfähigen Investitionsgütern und attraktiven Konsumprodukten. Auch die Politik hat durch veränderte Rahmenbedingungen dazu beigetragen, dass die deutsche Wirtschaft heute in einer erheblich besseren Verfassung ist. Durch die Flexibilisierung der Arbeitswelt haben Betriebe mehr Möglichkeiten, entsprechend ihrer Auftragslage zu handeln. Selbst die größten Pessimisten rechnen nicht damit, dass die Zahl der Arbeitslosen noch einmal die Fünf-Millionen-Marke wie im Jahr 2005 erreichen könnte. Die Rede ist jetzt von unter vier Millionen. Für eine weniger dramatische Entwicklung am Arbeitmarkt spricht die Tatsache, dass sich Unternehmen inzwischen deutlich schwerer mit Entlassungen tun. Aus gutem Grund: Als die Wirtschaft im vergangenen Konjunkturzyklus zum Höhenflug ansetzte, fehlte es in vielen Betrieben an Fachpersonal. Daraus haben die Arbeitgeber gelernt. Die Politik flankiert diesen Wandel mit stärkeren Anreizen zur Nutzung der Kurzarbeit, von der die Firmen regen Geberauch machen. Gegen die absehbar größte Rezession in der deutschen Nachkriegsgeschichte gibt es kein Patentrezept. Die politische Aufmerksamkeit muss hier in erster Linie dem Arbeitsmarkt gelten. Zur Abfederung der Krise ist eine Ankurbelung des Binnenkonsums unerlässlich. Allein die stark gesunkenen Preise bei Öl und Benzin bieten dafür gar nicht so schlechte Chancen. Jedenfalls stärken sie die Kaufkraft. Falls jedoch viele Verbraucher um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes bangen müssen, dürfte die zweifellos vorhandene Konsumlaune in verstärkte Sparbemühungen umschlagen. Damit ist der Wirtschaft derzeit jedoch am wenigsten geholfen.

Quelle: Lausitzer Rundschau

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