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Börsen-Zeitung: Der nächste Meilenstein, Kommentar zu grünen Anleihen

Archivmeldung vom 11.01.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 11.01.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott

Luxemburg setzt im Bereich Green Finance den nächsten Meilenstein. Pierre Gramegna, Finanzminister des Großherzogtums, kündigte gestern an, dass nun ein Gesetz für grüne Anleihen - in diesem Fall für grüne Pfandbriefe - auf den Weg gebracht wird. Damit bauen die Luxemburger ihre Vorrangstellung im Segment der grünen Finanzierungen weiter aus. Denn in diesem Markt, dem es europaweit, aber auch global an einheitlichen Kriterien und Definitionen mangelt, setzen sie nun mit dieser gesetzlichen Grundlage genau diesen Standard. Ein solcher Schritt war für den Markt längst überfällig.

Luxemburg erweitert damit sein Ökosystem Green Finance. Das Großherzogtum hat vor einem guten Jahr die weltweit erste grüne Börse ins Leben gerufen, die einen enormen Erfolg feiert. Denn in nur einem Jahr gelang es, mehr als die Hälfte aller weltweiten grünen Kapitalmarktinstrumente an die Luxembourg Green Exchange zu bekommen. Außerdem verfügt Luxemburg auch emissionsseitig über eine nicht unerhebliche Expertise. Pionier in Sachen grüne Anleihen, mit denen Klimaschutz- und Umweltprojekte finanziert werden, ist keine geringere Adresse als die Europäische Investitionsbank (EIB), die Bank der EU. Sie hat bereits im Jahr 2007 mit ihren Climate Awareness Bonds den Startschuss für Green Bonds gegeben und ist bis heute der bedeutendste Player in diesem Zukunftsmarkt.

Des Weiteren gibt es Luxflag, einen Zertifizierer für grüne Kapitalmarktprodukte. Diese Labels geben Anlegern die Sicherheit, dass sie auch tatsächlich ein grünes Produkt nach bestimmten Vorgaben gekauft haben. Das ist für Investoren sehr wichtig. Ohne Frage gibt es auch in anderen Ländern solche Label-Institutionen. Und in den nächsten Jahren wird es noch viel mehr davon geben, schließlich werden viele hier das große Geschäft wittern. Doch das Pfund, mit dem Luxflag wuchern kann, ist, dass es sich hierbei um eine Non-Profit-Organisation handelt. Labels werden nicht vergeben, weil Gewinnerzielung eine Rolle spielt. Das ist aus Anlegersicht bei der Beurteilung der Seriosität von Zertifikaten nicht gerade unwichtig.

Und in diesem Ökosystem Green Finance kommt nun noch die gesetzliche Basis hinzu. Für andere Finanzplätze wird es angesichts dieses Vorsprungs der Luxemburger extrem schwierig, überhaupt noch den Anschluss zu finden. Aber das Thema ist einfach zu wichtig, als dass es konsequent ignoriert werden könnte. Auch Frankfurt bzw. Deutschland muss deshalb so langsam mal in die Hufe kommen.

Quelle: Börsen-Zeitung (ots) von Kai Johannsen

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