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Corona und der kränklichste Teil der kranken Vereinigten Staaten

Archivmeldung vom 18.04.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.04.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Die Kollateralschäden im „Krieg gegen die Corona-Pandemie“ treffen alle, aber - wie im echten Krieg - nicht alle gleichermaßen. Das trifft nicht nur auf Menschen zu, sondern auch auf Länder, die mit unterschiedlicher Härte getroffenen werden.

Hier in Deutschland, wo wir nach Aussage von Kanzlerin Merkel doch „gut und gerne leben“, tritt jetzt in der Krise der krasse Klassen- und Einkommensunterschied besonders deutlich hervor und wodurch über zwei Drittel der Gesellschaft deutlich härter von den Nebenschäden durch die Bekämpfung des Virus getroffen werden als das besser situierte restliche Drittel. Um dies zu erkennen, muss man nicht erst bei Hartz IV-Empfängern oder Arbeitslosen beginnen, sondern die prekäre Lage trifft in der aktuellen Krise auch zunehmend große Teile der so genannte Mittelschicht, besonders während der so genannten Kontakt-Sperre, oder des „Lock Downs“.

Nehmen wir z.B. eine Facharbeiterfamilie, Mama, Papa, zwei Kinder, die über viele Wochen in einem zwei-Zimmer, Küche, Bad Appartement quasi eingesperrt ist, die Kinderspielplätze in der Nachbarschaft - ganz zu schweigen die Kita – sind geschlossen und Spaziergänge mit der vierköpfigen Familie im womöglich etwas weiter entfernten Park sind bei hohen Strafen verboten. Zugleich ist der Vater auf Kurzarbeit bei 60 Prozent seines Lohns und der Mutter hatte man direkt zu Beginn der Krise den Mini-Job gekündigt. Die wenigen Ersparnisse sind schnell aufgebraucht und der Vater stellt sich zurecht die Frage, ob nach der Krise sein alter Job überhaupt noch da ist. Die Nerven liegen blank und die Zukunft sieht – ganz abgesehen von den Sorgen um die Gesundheit – düster aus.

Ganz anders durchlebt die gut situierte, obere Mittelschicht den „Lock Down“. Von den oberen 1% oder 5 % wollen wir gar nicht erst reden. Mann und Frau haben einen guten Job, den man im „Home-Office“ im Häuschen im Speckgürtel am Stadtrand erledigen kann. Die Kinder haben je ihr eigenes Zimmer, wodurch die Hausarbeiten für die Schule per Computer weitaus konzentrierter erledigt werden können. Die Freizeit verbringt man mit den Kindern im Garten, wo zu dieser Jahreszeit ohnehin viel zu erledigen ist, oder hält ein Schwätzchen mit dem Nachbarn über den Gartenzaun, bastelt in Garage oder Keller und repariert etwas, wozu man vorher nie Zeit gefunden hatte. Das alles geschieht natürlich bei vollem Gehalt und auf der „hohen Kante“ liegen genügend Ersparnisse, um jede Krise zu meistern. In dieser Situation ist der lästige „Lock Down“ lediglich ein Ärgernis und keine Katastrophe, die das Nervenkostüm der Hausbewohner zerreißt.

In anderen westlichen Industrieländern mit noch stärkeren sozialen Unterschieden als in Deutschland, in denen es zusätzlich beachtliche sozial benachteiligte Minderheiten gibt, enthüllt die Corona-Epidemie zusätzlich zum Klassengegensatz noch ein rassistisches Problem. Das wird in den von der Corona-Krise gebeutelten USA besonders deutlich.

Im Unterschied zu Deutschland, wo die Gesundheitsversorgung so gut wie für alle Einwohner gesichert ist, ist das in den Vereinigten Staaten bei weitem nicht für alle Menschen der Fall…weiterlesen hier.


Quelle: KenFM von Rainer Rupp

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