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WAZ: Höhere Gebühren, weniger Service

Archivmeldung vom 12.01.2017

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.01.2017 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Kurz vor Weihnachten in einem Postshop irgendwo im Ruhrgebiet: In der langen Schlange vor den Schaltern ist der Unmut groß, weil Kunden nun auch noch für Briefmarken anstehen. Der Automat vor der Tür, bedauert das Personal, sei abgebaut worden. Mehrfach wurde zuletzt das Porto erhöht. 70 Cent kostet der Standardbrief inzwischen. In manchen Bezirken kommt der Postbote erst gegen Abend. Und jetzt kostet es auch noch eine Jahresgebühr, wenn die Kunden ihre Briefe selbst in der Filiale abholen.

Der Bonner Riese leidet darunter, dass immer weniger auf Papier geschrieben wird. Für den Strukturwandel, den er gerade durchläuft, bittet er seine Kunden zur Kasse und fährt den Service zurück. Immer öfter müssen Filialen vorübergehend schließen, weil Mitarbeiter fehlen.

Dabei verdient die Post auf anderen Feldern durchaus Geld. Das Paketgeschäft etwa boomt. Für das Geschäftsjahr 2016 erwartete Konzernchef Frank Appel einen operativen Gewinn zwischen 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro.

Auch wenn das Briefgeschäft schrumpft, hat die Post hier noch weitgehend ein Monopol. Das macht es ihr leichter, den Unmut der Kundschaft auszuhalten.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (ots)

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