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Westdeutsche Zeitung: US-Präsident Barack Obama in China

Archivmeldung vom 17.11.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.11.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Als Deutschland in Berlin den Fall der Mauer feierte, schickte US-Präsident Barack Obama eine Video-Botschaft, blieb aber - anders als die verbündeten Staatschefs oder auch der russische Präsident Medwedew - zu Hause. Denn dort hatte er wichtigeres zu tun: die Vorbereitung seiner Asien- und China-Reise.

Noch im Wahlkampf war Obama das Brandenburger Tor als Kulisse für einen großen Auftritt so wichtig, dass er damit die deutsche Diplomatie in Probleme stürzte. Doch schon bei den Gedenkfeiern zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs auf der Westernplatte fehlte dann Obama, der in seinen Reden so gern die Befreiung Europas für die USA reklamiert. Es sind solch kleine Signale, die zeigen, dass sich das Gravitationszentrum der Weltpolitik verlagert hat.

Asien und China, von der Vorgängerregierung George W. Bush lange vernachlässigt, rücken ins Zentrum der US-Politik. Mehr als eine Woche nimmt sich Obama für Asien Zeit, drei Tage davon allein für China. Zwei Botschaften stehen dabei im Vordergrund und zugleich in einem nicht zu übersehenden Spannungsverhältnis: Die USA werden im asiatisch-pazifischen Raum militärisch wie wirtschaftlich "langfristig präsent" bleiben, versichert Obama. Und betont, die USA wollten den Aufstieg Chinas nicht "eindämmen", sondern strebten mit Peking eine "Partnerschaft" an. Vor allem das wäre eine dramatische Kehrtwende der US-Politik, deren Praxistauglichkeit noch bewiesen werden müsste - zumal sie in den USA sehr umstritten ist.

Tatsächlich ist die militärische Dominanz der USA, deren Stützpunkte sich von Japan über Korea und Taiwan bis zu den Philippinen wie eine Perlenkette um China legen, nicht länger so selbstverständlich wie früher. Andererseits sind China und die USA wie siamesische Zwillinge wirtschaftlich aneinander gebunden: Peking braucht den US-Markt, und Washington ist Chinas größter Schuldner. Das zwingt beide zu Partnerschaft. Doch selbst die so maßvolle Rede Obamas in Shanghai kann nicht den Blick darauf verstellen, dass die USA und China nicht nur Partner, sondern in vielen Fragen und vielen Räumen auch Konkurrenten odergar erbitterte Rivalen sind. Und das wird, man denke nur an den Zugriff auf Rohstoffe, auch so bleiben.

Quelle: Westdeutsche Zeitung

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