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Skandal: Jetzt auch Pferdefleisch gepanscht!

Archivmeldung vom 02.03.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.03.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

anstatt eines Kommentars zum Pferdefleischskandal erhielten wir von einem Leser, unter dem Pseudonym "Hasso Von Rüdenstein", eine nette satirische Geschichte.

Kaum ein Tag vergeht, an dem uns nicht eine neue Hiobsbotschaft erreicht. In immer mehr Lebensmitteln werden Dinge gefunden, die da eigentlich nicht hinein gehören. Jetzt ist auch noch unser Pferdefleisch in Gefahr!

Seit gestern ist es traurige Gewissheit: In Deutschland wurden große Mengen von Pferdefleisch mit minderwertigem Rindfleisch oder sogar Schweinefleisch gestreckt. Bei den zweiundzwanzig Proben, die Lebensmittelkontrolleure in der letzten Woche in mehreren Bundesländern genommen hatten, ließen sich in insgesamt neunzehn Anteile anderer Fleischsorten nachweisen. Darunter befanden sich aber nicht nur Rind- oder Schweinefleisch, sondern auch Esel, Hund, Katze und ein Hahn.

„Wir waren schockiert“, meint Anton Grillmeister vom hessischen Amt für Fleischgenuss. „Natürlich waren wir vorgewarnt, die Berichte der vergangenen Wochen ließen da ja auch nichts Gutes ahnen, aber dass es am Ende so schlimm kommen würde, damit hat in unserer Behörde keiner gerechnet.“

Was bedeutet das nun für den Verbraucher?
„Wir können zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur zur äußerster Vorsicht beim Verzehr von Pferdefleisch raten. Achten Sie genau auf die Herkunftsangaben auf der Verpackung“, so Grillmeister weiter.

Ähnlich reagiert man auch in anderen Bundesländern. Beim nordrhein-westfälischen Amt für Freizeit, Spaß und Grillkultur rät man den Verbrauchern ebenfalls zu erhöhter Aufmerksamkeit.
„Am besten, Sie kaufen Ihr Pferdefleisch nicht im Supermarkt, sondern bei dem Metzger Ihres Vertrauens“, so ein Sprecher der Behörde.

Aber bedeutet das wirklich Sicherheit für den Verbraucher?
Wir fragten nach. Von einem, der es wissen sollte, wollten wir wissen, woher denn sein Pferdefleisch stammt, das er da in seinem Laden verkauft.
„Na ja“, äußert sich Stephan Reiter von der Rossschlachterei Hufeisen in Traben-Trarbach, „also so genau ... äh ... Europa? ... Ja Europa, weiter weg würde ja keinen Sinn machen, oder?“

Wir wollten es aber genauer wissen!
Wenn er schon so exakt Auskunft geben kann, woher sein Fleisch stammt, kann er uns denn auch sagen, was das denn überhaupt für Fleisch ist, das da über seine Theke wandert.
„Also unser Fleisch wandert nicht, das kann es gar nicht. Also nicht, das ich wüsste. Wir schieben jedes Päckchen von Hand rüber. Ich meine, wir sind ja auch ein Handwerksbetrieb, mit Handwerkstradition.“
Soviel Sorgfalt beruhigt doch, oder?

Aber irgendwo muss das ganze Rindfleisch doch herkommen, das beispielsweise in Pferdekonserven oder Pferdewurst nachgewiesen wurde. Wir suchen also weiter. Und wir werden fündig ...

„Also am Anfang hat es mich schon gewundert, das mein neues Pferd Hörner hatte“, meint die siebzehnjährige Mandy Hoppe, „aber mit der Zeit hatte ich mich daran gewöhnt. Na ja, und meine Alma gewann dann ja auch ein Rennen nach dem anderen. Und dann habe ich aufgehört, darüber nachzudenken.“

Es scheint schier unglaublich, aber in Deutschland gehen immer mehr Kühe an den Start von Pferderennen. Skrupellose Rinderzüchter schleusen ihre Tiere in die heimischen Rennstelle ein, um beim lukrativen Geschäft mit Pferdewetten mitmischen zu können.

„Es war schon komisch, dass die Pferde plötzlich alle 'Muh!' machten“, so ein Mitarbeiter eines namhaften Rennstalls, der namentlich nicht genannt werden will, „Aber wir bekommen immer mehr Tiere aus Tschechien oder Polen, und da sprechen die Menschen doch auch anders als hier. Deshalb haben wir uns auch gar nicht so große Gedanken darüber gemacht.“

Die Kontrollen müssen also viel früher ansetzen. Es nützt nichts, wenn die Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung mit Dosenöffnern bewaffnet die Supermärkte stürmen, das Übel lässt sich nur an der Wurzel beseitigen. Und da ist Brüssel ganz klar in der Pflicht! Denn dieses Problem kann nur gesamteuropäisch erfolgreich angegangen werden.

So lange aber Kühe in den Pferdesport eingeschmuggelt werden können, so lange werden wir vermutlich auch Rindfleisch in Produkten aus Pferdefleisch nachweisen; und so lange werden auch Kühe eine Trabermedaille nach der anderen gewinnen.

Kommentar/Text von "Hasso Von Rüdenstein"

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