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Neues Deutschland: zu den Auseinandersetzungen in der Schaeffler-Gruppe

Archivmeldung vom 14.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Beschäftigten der Schaeffler-Gruppe fühlen sich von Firmenleitung und Eigentümern des Familienunternehmens schlicht »veräppelt«. Und das ist verständlich: Vor wenigen Wochen ging man zusammen mit der Familie Schaeffler auf die Straße, um deren Ruf nach staatlichen Bürgschaften zu unterstützen.

Und nun bekommt man die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder ihr nehmt Lohneinbußen im Gesamtvolumen von 250 Millionen Euro hin oder 4500 Stellen werden bundesweit gestrichen! Dies ist schon dreist, denn der Hauptgrund für die extrem kritische Finanzlage des Autozulieferers ist eine falsche unternehmerische Entscheidung: der riskante milliardenschwere Kauf des Konkurrenten Conti. Insofern müssten  die Eigentümer finanziell haften. Die Auseinandersetzungen bei Schaeffler oder auch bei Federal Mogul in Wiesbaden sind nur ein Vorgeschmack auf das, was sich in der Autoindustrie in den nächsten Monaten häufen wird. Die hohen Überkapazitäten lassen nach der einfallslosen betriebswirtschaftlichen Logik nur einen Schluss zu: drastische Reduzierung der Personalkosten. Das mit Erpressung durchzusetzen, hat in der Konzernwelt leider lange Tradition. Einzige sozialverträgliche Alternative wäre Arbeitszeitverkürzung mit Lohnausgleich, die sich nur flächendeckend und kaum in einzelnen Betrieben erkämpfen ließe. Die Vermeidung von Kündigungen bei Schaeffler wäre sicher ein Erfolg. Nur sollten sich die Gewerkschaften damit nicht zufrieden geben.

Quelle: Neues Deutschland

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