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Neue OZ: Kommentar zu Nahost

Archivmeldung vom 10.01.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.01.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Der Weltsicherheitsrat rafft sich nach 13 Tagen Krieg doch noch auf, verpflichtet Israel und die den Gazastreifen beherrschende Hamas zur Waffenruhe, und es passiert - nichts. Beide Konfliktparteien wischen das Gebot der UNO zur Seite, ohne den geringsten diplomatische Schein zu wahren.

Das ernüchtert. Zumal nach all dem Sarkozy-Gewirbel, den Rice-Reisen und Ägyptens pausenlosen Vermittlungsbemühungen vor dem UNO-Beschluss.

Denn spätestens jetzt steht fest: Von außen ist dieser Krieg kaum zu stoppen. Dafür haben beide Seiten zu viel Grund, sich vom Gewalteinsatz Vorteile zu versprechen. Die Hamas, weil sie militärisch zwar hoffnungslos unterlegen ist, politisch aber wie alle extremistischen Kräfte von Elend, Chaos und Hass profitiert. Israels Regierung surft auf einer lange nicht gekannten Welle der Zustimmung, solange sie Stärke zeigt - dem Feind, dem zumindest ein Teil des Schneids erkennbar abgekauft wird, vor allem aber der eigenen Bevölkerung, die der terroristischen Dauerbedrohung müde ist.

In dieser Lage würde nur direkter und massiver Druck der USA auf Israel sowie des Iran und der großen arabischen Staaten auf die Hamas eine Umkehr der verhängnisvollen politischen Schubkräfte bewirken. Doch damit ist leider nicht zu rechnen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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