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Südwest Presse: Kommentar zum Thema Atomwaffen

Archivmeldung vom 02.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 02.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Vision einer atomwaffenfreien Welt hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass US-Präsident Barack Obama mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Nun will Obama seine Ankündigung in die Praxis umsetzen.

Die neue Nuklearstrategie zielt darauf ab, die verbleibenden Bestände von 5500 US-amerikanischen Sprengköpfen drastisch abzubauen. In genau welchem Umfang und wie schnell der Kurswechsel umgesetzt werden kann, das soll innerhalb der nächsten Tage geklärt werden. So oder so steht aber fest, dass Obama mit der Wende nicht nur der Doktrin seines republikanischen Vorgängers George W. Bush eine klare Absage erteilt, der sogar eine neue Generation von Mini-Atombomben gefordert hatte. Auch setzt er eine ausgesprochen konziliante Geste gegenüber europäischen Verbündeten, die schon seit Jahren auf einen Abzug der noch verbleibenden US-Atomwaffen drängen. In den USA hingegen ist Obamas Entscheidung durchaus umstritten. Ausgerechnet in einer Ära, in der ein unberechenbarer Politiker wie Irans Präsident Mahmoud Ahmadinedschad mit seinem nuklearen Programm kokettiert und Nordkorea mit Atomtests provoziert - so Kritiker der Wende in Washington -, sei es schlichtweg naiv, einseitig abzurüsten. Aus genau diesem Grund bleibt Obama auch vorsichtig. Er will das eigene Arsenal reduzieren, aber keineswegs abschaffen. Auch schließt er im Bedarfsfall den künftigen Waffeneinsatz nicht aus. Denn das Recht auf einen nuklearen Präventivschlag will sich Obama ausdrücklich vorbehalten, nur der Schwerpunkt der Landesverteidigung soll ein anderer sein.

Quelle: Südwest Presse

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