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Westdeutsche Zeitung: Eine Chance für die Vernunft

Archivmeldung vom 25.09.2006

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.09.2006 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Das ist ja so bequem - und unfair: Bei der Suche nach den Schuldigen der Transrapid-Katastrophe rücken die Fahrdienstleiter der Leitstelle verstärkt in den Blickpunkt. "Menschliches Versagen" lautet das Schlüsselwort.

Es kann sein, dass diese Arbeitnehmer Fehler gemacht haben. Wenn am Ende einer sicherlich gründlichen und eventuell längeren Untersuchung wirklich dieses Ergebnis stehen sollte, ist es dennoch nicht die alleinige Wahrheit.

Denn das viel strapazierte menschliche Versagen haben sich andere als die Mitarbeiter vor Ort geleistet. Viel früher schon. Es sind jene, die den Superzug so konstruierten und unterwegs sein lassen, dass er ungebremst auf ein Hindernis aufprallen kann. Denn der Transrapid soll ohne menschliche Steuerung funktionieren. Wenn bei der Unglückstour dennoch ausnahmsweise "Fahrer" an Bord waren, wiegten diese sich wohl in falscher Sicherheit. Die Technik tut ja vermeintlich ihre Arbeit. Und viele von uns kennen das mulmige Gefühl, ohne "Lokführer" in Flughafenzügen oder Untergrundbahnen unterwegs zu sein. Da tröstete uns bisher nur das Vertrauen, dass die Technik hundertprozentig sicher ist. Das galt bisher.

Das Unglück macht klar, dass wir uns in unserer Begeisterung für technischen Fortschritt gelegentlich mal bremsen dürfen. Selbst wenn es altmodisch klingt: Nicht alles, was machbar ist, müssen wir tun. Klar, technisch ist es kein Problem, Züge ohne Menschen im Führerstand herumrasen zu lassen. Sicherlich können wir uns Flugzeuge ohne Piloten vorstellen. Solche Gedanken faszinieren neben Technologie-Freaks auch Ökonomen: Verkauft sich doch ein Superzug besser, wenn der Kunde nach dem teuren Invest wenigstens langfristig ein wenig Personalkosten spart. Vernunft jedoch geht anders.

Quelle: Pressemitteilung Westdeutsche Zeitung

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