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WAZ: Miese Masche mit Milch

Archivmeldung vom 12.05.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.05.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Da die EU-Kommission den Bauern 2008 eine höhere Milchmenge genehmigt hat, wird auch mehr produziert. Weil der Milchdurst gleichzeitig gesunken ist, schwappt mehr Milch auf den Markt, als verkauft werden kann.

Die Folge: Die Preise sinken, viele Milchbauern sehen ihre Existenz bedroht. Obwohl das Milchverramschen im Kern also auf politische Entscheidungen in Brüssel sowie auf eine globale Überproduktion zurückzuführen ist, passiert in Deutschland etwas Seltsames. Hier versuchen Bauernfunktionäre mit einer miesen Masche, dem Einzelhandel die Schuld am Preisverfall in die Schuhe zu schieben - und damit irgendwie auch den preisbewussten Verbrauchern. Doch Milchtrinker sollten sich nichts einreden lassen: Sie konsumieren gerade ein Zehntel der in Deutschland produzierten Milch. Der riesige Rest fließt z. B. in die Industrie, wo die Milch in Eis oder Schokolade verarbeitet wird. Diese Milchgroßkunden zahlen bestimmt nicht mehr als die Käufer beim Discounter. Doch ausgerechnet hier soll die Existenz der Milchbauern verscherbelt werden? Da lachen ja die Kühe.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (von Wilfried Beiersdorf)

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