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Mechtersheimer: AfD keine Alternative für Deutschland?

Archivmeldung vom 14.06.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.06.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

In rund drei Monaten ist die Bundestagswahl am 22. September 2013 entschieden. Berücksichtigt man die Ferienzeit bleiben vor der Wahlentscheidung nur noch wenige Wochen. Die kurze Zeit ist besonders für die neue Formation „Alternative für Deutschland“ (AfD) von Nachteil, zumal sie bei den Landtagswahlen in Hessen und Bayern nicht antritt.

Dabei war der Start zum Wahlkampf gelungen. Das Echo in den Talkshows und den meinungs-führenden Blättern hat große Erwartungen geweckt. Die AfD hat einen starken Zustrom an Mit-gliedern und Spendern erfahren. Wohl auch deshalb rechnete der Parteivorsitzende Bernd Lucke öffentlich mit einem zweistelligen Wahlergebnis. Die Umfragen zeigen dagegen seit Wochen ein Ergebnis um zwei Prozent, womit der Einzug in den Bundestag gescheitert wäre. Weshalb Lucke die Latte so hoch gelegt hat, ist nicht zu erklären; denn so macht er selbst ein respektables Ergebnis von vielleicht 4 Prozent zu einer Niederlage. Es ist der AfD bisher nicht gelungen, die überraschend große öffentliche Aufmerksamkeit für die neue Partei und ihre politischen Ziele zu nutzen. Wo bleiben tägliche Presseerklärungen zu aktuellen Ereignissen, wie z. B. die US-Killer-Einsätze von Ramstein und Stuttgart, die NSA-Übergriffe? Wo sind die Stellungnahmen, die zeigen, daß die AfD mehr ist, als eine reine Anti-Euro-Partei? Viele Irritationen, auch bei Mitgliedern der neuen Partei, haben Andeutungen von Lucke über einen doch nicht möglichen Euro-Austritt Deutschlands ausgelöst. Wer nicht an seinem zent-ralen Alleinstellungsmerkmal festhält, macht es sich unnötig schwer. Politischen Zielen muß man wenigstens im Wahlkampf treu bleiben. Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten meldeten am 30. Mai 2013, „Lucke: AfD ist zu Koalition mit Merkel bereit.“ In einem anderen Interview meinte Lucke bei der Frage nach einer möglichen Koalition mit der CDU, das könne er sich vorstellen. Da fragen sich manche, ob die AfD nicht doch nur eine CDU-Variante ist. Ähnliche Zweifel sind bei Zuschauern gekommen, die das Phönix-Interview mit dem AfD-Chef gesehen haben. Dort lobte er das Schengen-Abkommen als Fortschritt. Selbst Innenminister Hans-Peter Friedrich ist da kritischer und hat eine harte Gangart gegenüber Armutseinwanderern aus Ru-mänien und Bulgarien angekündigt. Die größte Irritation löste die Meldung der FAS aus – wieder nach einem Lucke-Interview – wonach ein Austritt Deutschlands aus dem Euro nicht mehr die Kernforderung des AfD sei. Eine klare Position ist von der AfD-Führung wohl auch deshalb nicht zu erwarten, weil sie nichts mehr fürchtet als den Vorwurf der inhaltlichen Nähe zu wirklich nationalen Kräften. Bei solcher Taktik sollte man prüfen, ob man nicht mehr Unterstützer verliert als gewinnt. Vieles was schlecht läuft, hängt mit fehlender Professionalität zusammen. Nach fast jedem In-terview muß dementiert werden. Man kann sich Interviews vor dem Abdruck ja auch vorlegen lassen… Beim Blick auf AfD-Kandidatenlisten ist man verwundert, daß kaum jemand als politi-scher Profi bekannt ist. Vergessen wir nicht, daß die AfD entgegen aller Regel entstanden ist. Für einen dauerhaften Erfolg einer neuen Partei ist die organische Entwicklung aus einer Bewegung heraus und ein Wachstum von unten nach oben unverzichtbar, wie es die Pro-Bewegung versucht. Wie soll sonst eine Stammwählerschaft entstehen? Auffallend viele politische Köpfe halten sich zurück, auch renommierte Euro-Kritiker wie Pro-fessor Wilhelm Hankel, der für die Beibehaltung des Euro und der gleichzeitigen Wiederein-führung der nationalen Währungen plädiert. (Siehe „Die EURO-Bombe wird entschärft!“) - Die entscheidende Frage ist, ob die Lucke-Partei mit einer Vision von einem besseren Deutschland und einem menschlichen Europa Enttäuschte für die Politik wiedergewinnen kann.

Quelle: Friedenskomitee 2000 - Dr. Alfred Mechtersheimer (News4Press)

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