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NRZ: Prozente sagen nichts über Erfolge

Archivmeldung vom 21.04.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.04.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Wie fragwürdig ein gutes Abstimmungsergebnis ist, das weiß wohl niemand besser als Martin Schulz. 100 Prozent der Sozialdemokraten stimmten vor einem Jahr für ihn. Wie die Geschichte ausging, ist jedem bekannt. Schulz sitzt heute als gebrochener Mann in Würselen. Wer ihn damals gewählt hatte, will heute nichts mehr davon wissen. Es sagt darum nicht viel aus, ob Andrea Nahles morgen 65 oder 75 Prozent der Stimmen erhalten wird.

Viel wichtiger ist, dass ihre Partei möglichst schnell wieder Mut und Tritt fasst. So etwas hängt nicht nur davon ab, wer gerade vorn sitzt. Sondern auch, ob die Partei sich einigermaßen disziplinieren kann. Sicherlich ist Nahles keine Ideal-Besetzung: Mit ihr verbindet man nicht gerade Aufbruch, ihre Rhetorik ist nicht jedermanns Sache. Auch, dass sie als erste Frau in der Geschichte der ältesten Partei Deutschlands vorsteht, ist nur am Rande erwähnenswert. CDU, Grüne und Linke sind da längst weiter. Dennoch: Mit Nahles ist die Entscheidung zur GroKo verbunden (66 Prozent Zustimmung). Es wäre ein schwerer Schlag, wenn am Sonntag diese Zahl nicht mindestens wieder erreicht würde. Nach der Wahl muss die SPD den Menschen endlich sagen, für was sie steht: Bildung und Aufstieg sind da ganz wichtig, die soziale Sicherung der Schwachen und auch die moderne und digitale Arbeitswelt, ebenso der stete Einsatz für den Frieden. Und wenn das alles noch in einer guten und verständlichen Sprache herüberkommt, dann ist für die SPD schon eine Menge gewonnen.

Quelle: Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung (ots) von MANFRED LACHNIET

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