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Börsen-Zeitung: Autobauer zeigen Muskeln

Archivmeldung vom 06.05.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.05.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die deutschen Autobauer der Oberklasse sind wieder da! Die überzeugenden Zahlen zum Jahresauftakt 2010 von BMW, Daimler und Audi deuten darauf hin, dass die Hersteller die Krise überwunden haben. In München, Stuttgart und Ingolstadt blickt man zuversichtlicher in die Zukunft als noch einige Monate zuvor. Die Kosteneinsparungen greifen. Neue Modelle kurbeln den Absatz an. Die Hersteller zeigen nach langer Durststrecke ihre Muskeln.

Und Griechenland? Kein großes Thema für die hiesige Branche, weil die Verkaufszahlen in dem Euro-Krisenland ohnehin vernachlässigbar sind. Schmerzhafter wäre für sie zwar eine Ausweitung des Hellenen-Desasters auf andere EU-Südländer, jedoch spielt für die deutsche Autoindustrie die Musik sowieso woanders, wenn man nur an das boomende Schwellenland China denkt. Bei diesem Stichwort geraten BMW-Chef Norbert Reithofer und seine Kollegen von Daimler (Dieter Zetsche) und Audi (Rupert Stadler) ins Schwärmen. Bei einem gesättigten Heimatmarkt ist es nicht abwegig zu prognostizieren, dass sich China für das Trio zur wichtigsten Region vor Deutschland und den USA entwickelt.

Mag sein, dass die strategischen Verschiebungen im Vertrieb für die Konzerne überlebenswichtig sind, für die Investoren zählt aber zunächst, was unter dem Strich herauskommt. Mit Blick auf die Quartalszahlen zeigt sich, dass BMW auf operativer Ebene Nachholbedarf hat. Mit einer operativen Umsatzrendite von 2,7% in der Kernsparte liegen die Münchener im ersten Quartal zwar auf Erholungskurs, fahren aber Audi (5,8%) und Mercedes-Benz Cars (7%) mit noch weitem Abstand hinterher. Kein Wunder also, dass die BMW-Führung ihre ganze Hoffnung auf die neue BMW 5er-Baureihe setzt, die schließlich für fast ein Fünftel des Konzernabsatzes steht.

Neue Modelle verschaffen Wettbewerbsvorteile auf kurze Zeit, eine Antwort auf strategische Herausforderungen geben sie aber nicht. Während Daimler das Heil in einer engeren Kooperation mit Renault und Nissan sucht und Audi vom Fertigungsverbund mit der Mutter VW profitiert, steht BMW als familienbeherrschte börsennotierte Firma trotz Zusammenarbeit mit Peugeot-Citroën relativ allein da. Das könnte sich langfristig im wettbewerbsintensiveren Umfeld als nachteilig herausstellen. Bei diesem Thema bleibt Reithofer den Anlegern also eine Antwort schuldig. 

Quelle: Börsen-Zeitung

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