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Flensburger Tageblatt: Tarifrunden

Archivmeldung vom 29.12.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.12.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

2012 stehen große Tarifrunden an - und man ahnt schon wie: Die Gewerkschaften werden das "Ende der Bescheidenheit" ausrufen. Die Arbeitgeber werden warnen, "das zarte Pflänzchen" Wachstum dürfe nicht erdrückt werden. Plattitüden, Pawlow'sche Reflexe. Doch so einfach ist die Sache nicht.

In der Tat ist das Argument, das das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW) gestern auf den Tisch legte, nicht von der Hand zu weisen: Die Binnennachfrage muss gestärkt werden. Die USA als Motor der Weltwirtschaft fahren auf Reserve, selbst das Boomland China hat seine Wirtschaftsprognosen gesenkt und in Europa fallen Länder wie Griechenland, Portugal oder Italien als Abnehmer für deutsche Produkte aus. Da bröselt unser Status als Super-Exportnation kräftig. Der Binnenmarkt als zweites Standbein für die deutsche Wirtschaft kann da nur hilfreich sein. Zudem geht es auch um Gerechtigkeit. In Zeiten da Reallöhne sinken und Konzerngewinne steigen, steigt auch der Frust der Arbeitnehmer. Eine demotivierte Mannschaft aber kann kein Schiff auf Volldampf bringen. Also: Mehr Heuer! Vor allem für die vielen einfachen Matrosen, die sich finanziell nur schwer über Wasser halten können.

Quelle: Flensburger Tageblatt (ots)

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