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Rheinische Post: Labour verliert

Archivmeldung vom 04.06.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.06.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Gordon Brown nimmt offensichtlich Maß am Seefahrer-Knigge, wonach der Kapitän als letzter das sinkende Schiff verlässt. Die Mannschaft von Großbritanniens Premier erodiert im Tagestakt.

Immer mehr Regierungsmitglieder steigen aus. Es ist eine Abstimmung mit den Füßen, die weit über Kabinettsgerangel hinausgeht und mittlerweile die gesamte Labour-Party erfasst hat. Schon vor Jahresfrist, lange bevor der aktuelle Spesenskandal die Briten in Rage versetzte, war eine Labour-Revolte gegen den Frontmann Brown losgebrochen. Da begehrten viele Genossen auf, sie wollten den Regierungschef stürzen. Der versprach eine neue Politik, doch die blieb bisher aus. Labour braucht einen Befreiungsschlag, um Glaubwürdigkeit und Führungsfähigkeiten zu beweisen. Da Gordon Brown Teil des Problems und nicht Teil der Lösung ist, wird er nicht bleiben können, wenn viele seiner Mannschaft gehen. Er wird nach der für seine Partei misslichen Europawahl Posten umbesetzen, doch das wird die dramatische Lage Labours nicht bessern. Eine Regierung braucht Legitimation. Wenn Brown noch immer an seine unwiderstehliche Wirkung auf Wähler glaubt, muss er sich jetzt dem Risiko einer Neuwahl stellen.

Quelle: Rheinische Post

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