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WAZ: Über Asche und Magaths Masche

Archivmeldung vom 19.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Der Mann gilt als unberechenbar. Seine Spieler haben freud- und leidvolle Erfahrungen damit gemacht, die Gegner hat er mindestens so oft irritiert wie die Medien, von denen sich Felix Magath nicht in die Karten schauen lässt.

Aber irgendwann wird eben auch Unberechenbarkeit berechenbar. Wenn Magath nach Siegen seine Mannschaft schon mal härter kritisiert als nach Niederlagen, dann gehört das zum antizyklischen Verhalten, das der Schalker Trainerfuchs als Strategie einsetzt.

Wenn Magath, dem vor Wochen noch - fälschlicherweise - Tiefstapelei unterstellt worden war, also drei Spieltage vor dem Saisonende ausgerechnet nach einem eher mühevollen 3:1 über Mönchengladbach und dem gleichzeitigen 7:0-Triumphmarsch der Bayern von den "guten Titelchancen" der Königsblauen spricht, dann ist das natürlich kein Zufall.

Tatsächlich macht dieses nur scheinbar überraschende Nachvornpreschen zu diesem Zeitpunkt Sinn. Jetzt, da der zweite Platz, der schon sensationell genug ist, greifbar nahe ist, bringt eine Defensiveinstellung (die Champions-League-Qualifikation sichern!) nichts mehr. Bayer Leverkusens Absturz setzte erst mit voller Fahrt ein, als Jupp Heynckes nach der verlorenen Tabellenführung sofort umschaltete auf "Platz drei halten".

Magath dagegen hat die im Rückblick fast peinliche Pleite in Hannover einfach abgehakt und die Tabellenführung nicht aus den Augen verloren. Weil Quer-Vergleiche (Schalkes 2:4 gegenüber Bayerns 7:0) im Fußball noch nie etwas gebracht haben, bleibt Königsblau solange im Rennen, wie der Rückstand auf Bayern bis zum Saisonfinale nicht größer wird.

Da mag Karl-Heinz Rummenigge über Schalke so viel spotten wie er will - wenn den Bayern jemand Respekt einflößt, dann ist es Felix Magath. Bayer Leverkusen haben sie von Anfang an nicht ernst genommen. Aber angesichts der unveränderten Schalker Titelchance dürften sie sich in München an die Aschewolke erinnert fühlen: Sie ist für Hoeneß und Co. vielleicht nicht wirklich zu sehen, aber man weiß, dass sie da ist und Gefahr verheißt.

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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