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WAZ: Aus Sorge, nicht aus Freundschaft

Archivmeldung vom 24.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 24.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Nirgendwo anders in Europa wird die Rettungsaktion für Griechenland derart kritisch gesehen wie in Deutschland. Deswegen begründet Kanzlerin Merkel sie gar nicht erst mit Freundschaft oder Solidarität, was unter EU-Partnern nicht befremdlich wäre, sondern mit Stabilität.

Wir unterstützen Griechenland, meinen aber den Euro, das Währungssystem, die eigenen Absatzmärkte. Die Kanzlerin ist unsentimental, weil Deutschland den Löwenanteil trägt, weil sie die Stimmung der Wähler bedient und weil sie andere EU-Länder abschrecken will. So, genau so soll es wirken auf Spanier, Portugiesen, Italiener. Die Trauben hängen hoch: Erst wenn Griechenland einer Rosskur zustimmt, wenn EZB, IWF und EU feststellen, dass Gefahr für den Euro in Verzug ist, fließt Geld. Als Ultima Ratio.

Wenn es gut geht, welch Ironie, verdienen wir am Ende an den Griechen. Denn die Staatsbank KfW nimmt von den Griechen mehr Zinsen als sie selbst für die Beschaffung des Geldes zahlen muss. Dass die Schulden auch zurückgezahlt werden, setzt voraus, dass die Griechen genug Wirtschaftskraft haben. Sie werden jede Menge Oliven verkaufen müssen. 

Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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