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Neue OZ: Eine gut geölte Unterhaltungsmaschine

Archivmeldung vom 10.08.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.08.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Wer dem Profifußball in Deutschland was am Zeug flicken will, hat es nicht leicht. Die Bundesliga steht so gut da wie nie.

Sportlich auf Topniveau, gespeist von immer mehr selbst ausgebildeten Talenten, ist sie vielleicht bald wieder die beste Liga der Welt. Das wirtschaftliche Wachstum ist solide, weil die Zuschauer strömen und die TV-Gelder fließen.

Was könnte den Boom gefährden? Vielleicht die Dominanz von ein oder zwei Topclubs - spanische Verhältnisse würden die Spannung verringern und den Wettbewerb begrenzen.

Dass Doping kein Thema ist, darf man glauben - oder auch nicht. Eine Grundskepsis ist erlaubt, denn dass angesichts der Enthüllungen ausgerechnet der Sport blütenweiß sein soll, der das meiste Geld umsetzt, wäre überraschend.

Allerdings gilt auch hier, dass es bisher, abgesehen von Einzelfällen, keinen Anlass für einen Generalverdacht gibt. Zudem sind Mannschaftssportarten nicht ideal für systematisches Doping. Eher verdient die vor allem auf schnelle Comebacks gerichtete Alltagsmedizin im Profifußball einen prüfenden Blick.

Ansonsten ist die Bundesliga eine gut geölte Maschine der Unterhaltungs- und Freizeitindustrie, von der nur der enttäuscht ist, der den guten alten Zeiten der Pionierjahre nachtrauert. Gewiss war damals alles bodenständiger, hemdsärmeliger und origineller. Aber es gab Bestechung, schwarze Kassen und brutale Fouls. Das kann sich die Liga heute nicht mehr leisten.

Harald Pistorius

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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