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Börsen-Zeitung: US-Banken unter Hypnose

Archivmeldung vom 12.06.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.06.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die USA scheinen ihre Banken per Hypnose der Anleger zu therapieren. Wie in Trance zumindest haben die Investoren den Instituten frisches Kapital gegeben, nachdem die Aufsicht im Zuge ihrer Stresstests Anfang Mai zehn Häusern Kapitalbedarf, neun anderen Adressen aber solide Bilanzen bescheinigt hatte. Rund einen Monat später bereits wird den ersten Gesellschaften die Rückzahlung von Staatshilfen ermöglicht.

Erleben die Anleger gerade, wie eine historische Krise im Zeitraffer vor ihren Augen vorbei zieht, schneller, als sie Troubled Asset Relief Program (Tarp) buchstabieren können? Auf eben diesen Eindruck dürfte das Finanzministerium abzielen.

Dass die Arbeitslosenquote bereits im vergangenen Monat einen halben Punkt über dem Niveau lag, den das strengere von zwei Stresstest-Szenarien für 2009 unterstellte - wen soll dies stören, so lange nur das Vertrauen in den Sektor zurückkehrt? Bestimmt nicht das Weiße Haus. Jeden Dollar, den der Finanzsektor privat einsammelt, muss ihm die öffentliche Hand nicht zustecken.

Bisher schlägt die Behandlung an. Schon tritt die Regierung Rückzugsgefechte an, was ihre Pläne zum Kauf problematischer Wertpapiere von Banken angeht. Und hinsichtlich der Reform der Aufsichts- sowie Vergütungsstrukturen mag man in Washington nun auch nicht mehr so radikal vorgehen, wie dies kürzlich noch gelobt wurde.

Es wäre eine historische Leistung der Regierung, sollte sie damit tatsächlich die Krise aus der Welt suggerieren und die Lage im Sektor normalisieren können. Doch es gibt Gründe, darauf nicht zu wetten. Denn jenseits subjektiver Fantasien setzt die ökonomische Realität den Instituten weiter zu. Auch wenn Bilanzierungsänderungen und eine Nullzins-Geldpolitik der Branche zuletzt überraschend hohe Gewinne bescherten: Die Kreditqualität ist so schlecht, wie seit knapp 20 Jahren nicht mehr, die Arbeitslosigkeit nimmt zu, und die Häuserpreise fallen weiter, während der Zyklus im gewerblichen Hypothekenmarkt erst noch am Anfang steht. All dies spricht dafür, dass der Staat schwache Banken weiter stützen muss. Normalisieren würde sich die Lage erst, sollte die Einlagensicherung Ende Juni ihre Bürgschaft für Schuldverschreibungen der Branche nach sieben Monaten auslaufen lassen. Wer davor die Augen verschließt, dem droht ein böses Erwachen.

Quelle: Börsen-Zeitung (von Bernd Neubacher)

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