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Neues Deutschland: zur Lage in Simbabwe

Archivmeldung vom 03.04.2008

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.04.2008 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Langzeitherrscher Robert Mugabe hat die Präsidentschaftswahlen in Simbabwe verloren - zumindest die erste Runde. Dafür sprechen alle Indizien, angefangen von der Mugabe nahestehenden Zeitung »Herald«, die den seit 28 Jahren amtierenden Präsidenten hinter Herausforderer Morgan Tsvangirai einstuft, bis hin zu dem Ergebnis der Parlamentswahlen, wonach die Regierungspartei ZANU-PF offiziell verloren hat.

Auch wenn Mugabes Niederlage selbst noch nicht offiziell ist, er liegt definitiv nur an zweiter Stelle. Der Machtpoker ist damit noch nicht entschieden, aber Tsvangirai hat fast alle Trümpfe in seiner Hand: Ob USA, EU oder Südafrika: Alle wollen, dass die Ära Mugabe zu Ende geht und man darf annehmen, dass es einer klaren Mehrheit der wegen des wirtschaftlichen Niedergangs darbenden simbabwischen Bevölkerung ähnlich geht. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Die Opposition um Tsvangirai hat aus ihrem zögerlichen Verhalten bei der umstrittenen Wahlniederlage 2000 taktisch gelernt. Sich vorschnell zum Sieger auszurufen, kann nie schaden - ob in Florida oder in Harare. Zumindest um einen zweiten Wahlgang kommt Robert Mugabe nicht mehr herum - und den kann er nach menschlichem Ermessen nicht gewinnen. Denn diese Wahl hat gezeigt: Der Mythos des unschlagbaren Mugabe ist gebrochen. Gut für Simbabwe und seine Demokratie.

Quelle: Neues Deutschland

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