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Rheinische Post: Der richtige Film hat gewonnen

Archivmeldung vom 09.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Entscheidung mag nicht jeder verstehen, aber sie ist mutig. Der Film "Tödliches Kommando" gewinnt den Oscar in den wichtigsten Kategorien "Bester Film" und "Beste Regie". Seine Regisseurin Kathryn Bigelow ist somit die erste Frau in der Geschichte des Kinos, die sich mit diesen Auszeichnungen schmücken darf.

"Tödliches Kommando" ist ein schwieriger Film, er blieb an den Kinokassen ohne Erfolg. Man kann nicht darin versinken wie in weiten Teilen seines großen Konkurrenten, des 350 Millionen Dollar teuren Fantasy-Märchens "Avatar". "Tödliches Kommando" zeigt in dokumentarisch anmutenden Bildern, wie Krieg den Menschen deformiert. Und er zeigt mit der Härte einer nüchternen Reportage, dass Soldaten im Krieg austauschbar sind wie Material. Krieg, das behauptet er gleich zu Beginn, ist eine Droge. Die Academy, die in Los Angeles die Oscars vergibt, hat eine politische Entscheidung getroffen. Sie zeichnet einen Film aus, der die Amerikaner im Irak wie Kolonialherren auftreten lässt. Sie hat sich vom Markt emanzipiert und neu definiert, was "Bester Film" bedeutet. Nach Jahren der Preise für stromlinienförmiges Kino, der erwartbaren Entscheidungen, prämiert Hollywood nun Engagement, Unabhängigkeit und Irritation. Das ist gut. Und ein Versprechen.

Quelle: Rheinische Post

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