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BERLINER MORGENPOST: Vertrauen verspielt

Archivmeldung vom 08.01.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.01.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott

Was passiert, wenn bei einem ohnehin schon völlig aus dem Ruder gelaufenen öffentlichen Bauvorhaben bekannt wird, dass der bislang kommunizierte Finanzbedarf nicht ausreicht und bis zu einer Milliarde Euro zusätzlich erforderlich sein werden, um das Projekt zur Ende zu bringen? In Berlin lautet die gespenstische Antwort: Nichts, alles läuft so weiter wie bisher. Die Rede ist, mal wieder, vom Pannenflughafen BER.

Erst Ende vergangenen Jahres hatte Engelbert Lütke Daldrup, der Chef der Berliner Flughäfen, seinen "Masterplan 2040" präzisiert. Mit diesem, so sagte es der SPD-Politiker damals, wolle er auch "ein Stück Vertrauen in den Standort" zurückgewinnen.

Was damals allerdings unbeantwortet blieb, war die Frage nach dem weiteren Finanzierungskonzept. Das solle, vertröstete Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), im März dieses Jahres nachgereicht werden.

Nun ist also durchgesickert, dass der Steuerzahler von den erneut benötigten tausend Millionen Euro doch bitte 600 Millionen Euro übernehmen möge - mehr als 400 Millionen Euro könne die Flughafengesellschaft selbst leider nicht beitragen.

Vertrauen lässt sich so sicher nicht zurückgewinnen, wenn für ein Projekt, das längst unkalkulierbar geworden ist, wenige Wochen nach dem als Befreiungsschlag gefeierten neuen Eröffnungstermin, nun die wahren Kosten bekannt werden.

Quelle: BERLINER MORGENPOST (ots) von Isabell Jürgens

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