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Neue OZ: Risse im Fundament

Archivmeldung vom 29.03.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 29.03.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

In Essen protestieren Opernbesucher mit Unterschriften gegen Etatkürzungen. In Wuppertal wehren sich Theater gegen drohende Schließungen. In Hamburg machen Politiker mobil gegen die sündhaft teure Elbphilharmonie. Drei Schlaglichter, ein Thema: In den Kommunen ist die Kultur ins Gerede gekommen. Ihr brechen nicht allein Budgets weg, auch die Fundamente ihrer Daseinsbegründung zeigen Risse.

Dabei soll Kultur in den Kommunen eigentlich alles gleichzeitig sein: Standortfaktor, Wirtschaftsmotor, Integrationsplattform, Sozialarbeit, Bildungsanstrengung. Im Gewirbel immer neuer Aufgaben und Erwartungen hat sich der Rückhalt für Kultur indes gefährlich gelockert. In Zeiten knapper Etats rächt sich die modische Praxis, für Kultur immer neue Sekundärbegründungen zu finden. Wie erkennt sich eine Stadtgesellschaft in ihrer Kultur? Diese Frage wäre nun neu zu beantworten.

Die Zeit drängt. Denn jetzt beginnt eine Zeit zermürbender Kämpfe um den Bestand kultureller Einrichtungen. Die Sache hat ein Gutes: Kulturkontroversen zwingen zur Besinnung auf Überzeugungen. Das befreit - auch von manch falschen Ansprüchen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung

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