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Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Kriminalitätsstatistik

Archivmeldung vom 21.05.2011

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.05.2011 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Die Zahl der Straftaten ist gesunken - zunächst eine gute Nachricht. Dass Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die Kriminalstatistik nutzt, um eine beliebte Sau durchs Dorf zu treiben, ist eine schlechte Kunde. Warnschuss-Arrest für jugendliche Straftäter heißt die Lieblingsidee. Deren bekanntester Verfechter, Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch, wollte schon 2008 im Wahlkampf mit dem Spruch »Drei Tage Gefängnis besser als immer kriminell« punkten.

Ein fataler Fehler! Damals wie heute klatschen aber viele Menschen Beifall beim Vorschlag des Innenministers. Was übersehen wird, sind die mangelnden Konzepte. Ein Warnarrest bringt nichts, wenn die Zeitspanne zwischen Tat und Urteil unendlich lange ist. Denn der Arrest kann nur bei Verfahrensabschluss verhängt werden. Von einer Strafe, die auf dem Fuße folgt, kann keine Rede sein. Die Politik sollte sich lieber um mehr Personal und höhere Effektivität im Justizsystem kümmern, damit Prozesse kurz nach den Taten stattfinden. Das brächte mehr, als einen publikumswirksamen, aber unkoordinierten Frontalangriff gegen junge Straftäter zu starten.

Quelle: Westfalen-Blatt (ots)

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