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Südwest Presse: Kommentar zu Bundeswehr

Archivmeldung vom 10.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Versteinerte Gesichter, Särge mit Stahlhelm, Begriffe wie Krieg, Helden und Gefallene: Szenen, wie sie bei der Trauerfeier für die in Afghanistan getöteten Bundeswehrsoldaten zu sehen waren, sind für Deutschland schockierend. Die Beisetzung der drei Soldaten zeigt in aller Härte, wie sehr sich die deutsche Politik in den vergangenen beiden Jahrzehnten selbst belogen hat.

Die Bundeswehr hat sich stillschweigend von in den Kasernen sitzenden Kräften zur Landesverteidigung zu einer international agierenden Truppe gewandelt - mit allen erschreckenden Folgen dieses Engagements. Doch um die Diskussion, was militärisch gewollt und politisch verantwortbar ist, haben sich Regierung und Bundestag lange mit Erfolg gedrückt. Zu lange. Denn obwohl die Auslandseinsätze zunehmend kämpferischer wurden, gelang es über Jahre, diese Operationen als robuste Form der Entwicklungshilfe zu verkaufen. Man hatte Glück, spektakuläre Verluste blieben die Ausnahme. Seit gestern hat diese Heuchelei ein Ende. Die Betroffenheit der Bundeskanzlerin und ihres Verteidigungsministers ist echt - und zeigt damit umso mehr, dass den politisch Verantwortlichen möglicherweise erst nach den jüngsten Opfern voll bewusst geworden ist, dass sie allen Beteiligten rechtzeitig hätten reinen Wein einschenken müssen. Diese Debatte, die vor dem Marschbefehl fällig gewesen wäre, muss deshalb schleunigst nachgeholt werden.

Quelle: Südwest Presse

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